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Es ist klar geworden, dass die liberalen internationalen Institutionen und ‚Machtkorridore‘ bislang nicht in der Lage waren, ihr Versprechen eines liberalen Friedens für alle einzulösen. Der liberale Friedensaufbau hat oft Ressourcen für eine ausgeklügelte Strukturierung von manchmal räuberischen Eliten – international und lokal – bereitgestellt, jedoch nicht für die allgemeinen Bevölkerungen dieser zahlreichen Staaten. Es wurden Institutionen geschaffen, aber die Reichweite der liberalen Politik hatte wenig Einfluss – rhetorisch, rechtsorientiert – abgesehen von grundlegender Sicherheit und dem Alltag der Bevölkerungen. Das Lokale wird häufig genutzt, um einen homogenen und ungeordneten Anderen darzustellen, dessen Bedürfnisse und Bestrebungen nicht den liberalen Standards entsprechen. Behauptungen, dass Schritte in Richtung Alltag bereits unternommen wurden, verschleiern die bescheidenen Ambitionen der liberalen Staatenbauer, eine tatsächliche Verbesserung der lokalen Handlungsfähigkeit zu ermöglichen. Mitten in all dem sind die realen alltäglichen Bedürfnisse und das Leben der Individuen in den Hintergrund gerückt. Dieser Aufsatz schlägt kurz einige theoretische Antworten vor, über die Konzepte des ‚Alltags‘ und der ‚Empathie‘. Diese bieten die Möglichkeit, den gesellschaftlichen Vertrag wieder ins Herz nachkonfliktlicher Staaten zu integrieren oder einer neuen, post-liberalen Politik zu ermöglichen, die lokaler ‚authentisch‘, resonant und handlungsfähig ist.
Oliver P. Richmond (Mittwoch) hat diese Frage untersucht.
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