Zusammenfassung Das Verständnis der Werte, die von den verhandelnden Parteien gehalten werden, ist zentral für das Design und den Erfolg internationaler Klimaschutzabkommen. Empirische Erkenntnisse über diese Werte – und die Art und Weise, wie sie die Werte-Netzwerke der verhandelnden Länder und deren Interaktionen im Laufe der Zeit strukturieren – sind jedoch stark eingeschränkt. Um dieses Manko zu beheben, verwendet dieses Papier schlüsselwortassistierte Themenmodelle, um Wertnetzwerke für die 13 neuesten Konferenzen der Vertragsparteien (COPs) der UN-Klimakonvention (UNFCCC) abzuleiten. Anschließend werden Netzwerkanalysetools eingesetzt, um diese Netzwerke in Bezug auf einflussreiche Werte, Länder und Zeit zu untersuchen. Dabei wird demonstriert, dass die zentralen Klimawerte der Länder (i) genau aus den Reden des Hochrangigen Segments (HLS) der COPs wiederhergestellt werden können und (ii) wiederum verwendet werden können, um die Struktur der Verhandlungsnetzwerke bei der UNFCCC zu verstehen. Die Analyse der entsprechenden Wertnetzwerke für die COPs 16–28 zeigt, dass die zunächst zentralen Werte von “Fairness” und “Macht” zunehmend Werten gewichen sind, die mit der “Umwelt” und “Leistung” assoziiert sind. Damit haben die Länder bei der UNFCCC zunehmend von Werten abgesehen, die mit gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortungen verbunden sind, zugunsten eines Konsenses über die Dringlichkeit, gemeinsam den Klimawandel zu bekämpfen. Diese und verwandte Erkenntnisse veranschaulichen das Potenzial unseres Ansatzes zur Wiederherstellung und zum Verständnis von Wertnetzwerken innerhalb klimabedingter Verhandlungen – ein entscheidender erster Schritt für jedes erfolgreiche Klimaschutzabkommen.
Almquist et al. (Thu,) haben diese Frage untersucht.