Zusammenfassung Listeria monocytogenes (Lm), ein prototypischer intrazellulärer bakterieller Erreger, exprimiert ActA, um ARP2/3-vermittelte, aktinbasierte Motilität im Zytosol der Wirtszellen zu initiieren. Bewegliche Bakterien erzeugen Lm-enthaltende Vorsprünge an der Zelloberfläche, welche die direkte Zell-zu-Zell-Ausbreitung und Verbreitung innerhalb des Wirts erleichtern. Die Bildung von Vorsprüngen ist ein aktiver, räumlich regulierter Prozess, doch wie Lm bakterielle und Wirtsfaktoren koordiniert, um diesen Prozess zu orchestrieren, ist unklar. Hier identifizieren wir Abelson-interactor 1 (ABI1) als einen Wirtsfaktor, der für eine effiziente Bildung von Lm-Vorsprüngen und die Zell-zu-Zell-Ausbreitung erforderlich ist. Ein konditioneller Knockout von Abi1 in Mäusen reduziert die Anfälligkeit für eine Lm-Infektion signifikant, während die Deletion von actA die schützende Wirkung des Abi1-Knockouts aufhebt. Während der Lm-Infektion wird ABI1 vom Spektrin an der Zellkortikalis entkoppelt und bindet innerhalb der Vorsprünge an EPS8. Dieses „Komplex-Umschalten“ von ABI1 wird durch das porenbildende Toxin LLO initiiert, das die Wirtsplasmamembran perforiert und einen Ca2+-Einstrom auslöst, der zur kalpainvermittelten Spaltung des Spektrin-Zytoskeletts führt. Die Spektrin-Spaltung mobilisiert ABI1, wodurch dieses an EPS8 binden und die Aktin-Kappenaktivität von EPS8 aktivieren kann, um den lokalen Aktin-Recycling zu fördern, der für eine effiziente Verlängerung der Vorsprünge und Zell-zu-Zell-Ausbreitung notwendig ist. Diese Ergebnisse zeigen eine bislang unbekannte Wirts-Pathogen-Interaktion auf, bei der ein bakterielles porenbildendes Toxin lokal begrenzte Umstrukturierungen des Zytoskeletts hervorruft, um die Zell-zu-Zell-Ausbreitung zu fördern.
Sun et al. (Mon,) untersuchten diese Fragestellung.