Welche Faktoren beeinflussen die Präferenzen für subnationale Autonomie in Kontexten begrenzter, hierarchischer Dezentralisierung? Basierend auf der Sozialen Identitätstheorie argumentieren wir, dass subnationale Identität die Unterstützung für Dezentralisierung erhöhen kann, insbesondere wenn Individuen größere regionale Konflikte wahrnehmen. Mithilfe von Daten des Regionalbarometers 2019 und repräsentativen Teilstichproben aus neun chilenischen Regionen untersuchen wir die Einstellungen zu drei Formen der Dezentralisierung: regionale administrative, regionale fiskalische und kommunale Autonomie. Die Ergebnisse zeigen, dass regionale Identität heterogen mit Dezentralisierungspräferenzen assoziiert ist, während wahrgenommener regionaler Konflikt konsistenter und positiver mit der Unterstützung für Dezentralisierung, insbesondere im fiskalischen Bereich, assoziiert ist. Die Interaktionseffekte variieren je nach Region und Ergebnis: In den meisten Fällen, in denen die Interaktion signifikant ist, erweitern die Konfliktwahrnehmungen den Abstand zwischen Befragten mit und ohne regionale Identität, während in anderen der Zusammenhang schwächer oder umgekehrt ist. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass territoriale Beschwerden und Konfliktwahrnehmungen – und nicht nur Identität – zentral für die öffentliche Unterstützung für Dezentralisierung sind.
Vega et al. (Mon,) haben diese Frage untersucht.