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„Digitale Souveränität“ ist ein Schlagwort in digitalen Politiken geworden. Im Gegensatz zu dem Bild der digitalen Transformation, das eine Ära unbegrenzter globaler Vernetzung in den 1990er Jahren voransieht, werden Ansätze zur staatlichen Regulierung und Abgrenzung von Datenströmen sowie Programme für nationale digitale Infrastrukturen mit Aufrufen zur digitalen Souveränität in sehr unterschiedlichen Kontexten gerechtfertigt. Dieses Forum vereint Beiträge aus der politischen Geographie, dem Recht, der Informatik und der Ethik, die Diskurse und Praktiken digitaler Souveränität vergleichen und analysieren. Die Fallstudien zu Russland und der EU zeigen Parallelen sowie grundsätzliche Unterschiede in der Konzeption und Umsetzung digitaler Souveränität. Essays zu den Herausforderungen durch neue Formen grenzüberschreitender Interaktionen (wie Cloud Computing) und neuen Akteuren (wie digitalen Plattformen) verdeutlichen, dass die traditionelle Verknüpfung von Konzepten der Souveränität, Territorialität und des Staates, von Rechtsprechung und Grenzen neu gedacht werden muss. Die Essays in diesem Forum machen somit deutlich, dass die digitale Transformation nicht einfach ein sozial-technologischer Modernisierungsprozess ist. Vielmehr ist sie auf spezifische Weise geprägt und sollte als (geo-)politische Diskurse und Praktiken verstanden und analysiert werden. Das Forum trägt zur Entwicklung einer politischen digitalen Geographie bei, die analysiert, wie die digitale Transformation umstritten und auf spezifische Weise produziert wird, und die Politik und Räumlichkeiten ans Licht bringt, die in diesen Diskursen und Praktiken konzipiert und produziert werden.
Glasze et al. (Tue,) haben diese Frage untersucht.
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