Zusammenfassung. Partikuläres Nitrat (NO3-) ist ein wichtiges Ziel für die Luftverschmutzungsbekämpfung; jedoch bleibt seine Reaktion auf NOx-Emissionsreduktionen ungewiss, insbesondere in kalten klimatischen Bedingungen. Diese Studie bewertet langfristige Trends von feinem und grobem NO3- (f-NO3- und c-NO3-) von 1990 bis 2019 in sieben kanadischen Städten unter Verwendung von Daten des National Air Pollution Surveillance (NAPS) Netzwerks. Die Analyse zeigt disproportionale Trends zwischen NO3- und NOx-Emissionen landesweit. In Edmonton verringerte sich der jährliche Mittelwert von f-NO3- von 2007 bis 2019 um etwa 60 %, während die provincialen NOx-Emissionen nur um 10 %–20 % sanken. Ähnliche Muster wurden in fünf der sechs anderen Städte im letzten Jahrzehnt beobachtet. Diese disproportionalen Trends werden auf Reduktionen bei den primären f-NO3-Emissionen, lokalisierte Verteilungsprozesse und Windanomalien, die durch die Arktische Oszillation moduliert werden, zurückgeführt. Im Gegensatz dazu zeigten alle Städte während 1998–2007 einen temporären Anstieg von f-NO3-, der mit frühen NOx-Kontrollmaßnahmen zusammenfiel und mit einer unbeabsichtigten Erhöhung der primären f-NO3-Emissionen innerhalb stationärer Verbrennungsfahnen übereinstimmte. c-NO3- reagierte in den meisten Städten (außer Edmonton) weitgehend unempfindlich auf die NOx-Reduktion, wobei die Variabilität hauptsächlich durch Neutralisationsreaktionen mit alkalischen Aerosolen und nicht durch die Verfügbarkeit von gasförmigem HNO3 bestimmt wurde. Diese Ergebnisse bieten Einblicke in die schwache oder fehlende Reaktion von f-NO3- auf weltweit beobachtete NOx-Emissionsreduktionen, insbesondere in kalten Klimaregionen.
Fan et al. (Tue,) untersuchten diese Frage.