Die Immunoglobulin A Nephropathie (IgAN) ist die häufigste primäre Glomerulonephritis, mit einer geschätzten Inzidenz von mindestens 2,5 pro 10.000 Erwachsenen pro Jahr. Die Langzeitergebnisse bleiben schlecht, insbesondere für Patienten mit einer Proteinurie von mehr als 0,44 g/g (ca. 500 mg/Tag) und einem geschätzten Rückgang der glomerulären Filtrationsrate (eGFR) von mehr als 1 ml/min/1,73 m². Die kürzlich überarbeiteten KDIGO-Leitlinien erkennen die neuen Grenzwerte für Hochrisikopatienten an und schlagen niedrigere Ziele für Proteinurie und eGFR-Verluste vor. Neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie und die Zulassung von Proteinurie als Surrogatparameter führten zu einem Anstieg der Forschung zur Behandlung von IgAN. Unterstützende Maßnahmen zur chronischen Nierenerkrankung (CKD) gelten nach wie vor als grundlegende Basis für jede IgAN und Therapien wie Renin-Angiotensinsystem-Inhibitoren (RASi) und Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Inhibitoren (SGLT2i) sollten für jeden Patienten etabliert werden. Systemische Glukokortikoide gelten nach wie vor als Erstlinientherapie für Hochrisiko-IgAN und werden in den aktuellen Leitlinien empfohlen. Die prospektiven Daten aus den TESTING- und STOP-IgAN-Studien sind jedoch widersprüchlich, und neuere retrospektive Daten deuten auf eine geringe Wirksamkeit von Glukokortikoiden bei kaukasischen Patienten hin. Andere immunsuppressive Therapien, wie Mycophenolat-Mofetil (MMF), scheinen bei chinesischen Patienten zu besseren Ergebnissen zu führen, jedoch unterstützen die aktuellen Daten ihre Anwendung bei anderen Ethnien nicht. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass nach den neuesten Erkenntnissen zur Pathophysiologie neue aufkommende Therapien wie TRF-Budesonid, ETA-Rezeptorantagonisten, B-Zell-Modulation und -Depletionstherapien sowie Komplement-Inhibitoren schnell die aktuellen Behandlungsstandards zu ersetzen scheinen. Eine der großen Herausforderungen in den kommenden Jahren wird darin bestehen, wie neue aufkommende Behandlungen implementiert werden, Induktions- und Erhaltungsprotokolle festgelegt werden und neue Biomarker sowie Biopsiekriterien zur Anleitung des Einsatzes neuartiger Medikamente entwickelt werden.
Klein et al. (Tue,) untersuchten diese Frage.
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