Die zeitgenössische Politik ist gekennzeichnet durch Bedenken hinsichtlich einer sinkenden Bürgerzufriedenheit mit der Demokratie, einem abnehmenden politischen Vertrauen und einer schwächeren demokratischen Unterstützung. Wissenschaftler in diesem Bereich verlassen sich oft auf das Konzept der politischen Unterstützung, verwenden jedoch dessen Indikatoren austauschbar oder inkonsistent. Dennoch bleiben, trotz ihrer Relevanz für die demokratische Resilienz, Studien zur zugrunde liegenden Struktur selten. Basierend auf der grundlegenden Arbeit von Easton und Norris leiten wir Erwartungen über die Dimensionalität der politischen Unterstützung und das Zusammenspiel ihrer verschiedenen Indikatoren ab. Wir testen diese Erwartungen mithilfe von Faktorenanalyse, Modellen der Item-Response-Theorie, randomisierten Intercept-Querschnitts-Panels und Modellen der ersten Differenz, die auf 29 Wellen der Deutschen Längsschnittstudie zur Wahl angewendet werden. Wie erwartet schwankt die spezifische Unterstützung erheblich, während die diffuse Unterstützung stabiler ist, obwohl aktuelle Daten kleine Rückgänge bei mehreren Indikatoren zeigen. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Indikatoren der politischen Unterstützung einen eindimensionalen latenten Trait bilden. Entlang dieses Traits unterscheiden sich spezifische Bewertungen, wie die Zufriedenheit mit der Regierung, die Befragten auf höheren Unterstützungsniveaus, während diffuse Einstellungen, wie institutionelles Vertrauen, am besten zwischen denjenigen mit unterdurchschnittlicher Unterstützung unterscheiden. Längsschnittanalysen zeigen keine Hinweise darauf, dass Änderungen in der spezifischen Unterstützung systematisch Änderungen in der diffusen Unterstützung vorangehen. Stattdessen neigen Änderungen eines Indikators dazu, nachfolgende Änderungen in anderen vorherzusagen, was auf sich selbst verstärkende Dynamiken hinweist. Schließlich bieten Modelle der ersten Differenz begrenzte Unterstützung für ein puffendes „Reservoir des Wohlwollens“. Frühere Niveaus der spezifischen Unterstützung verstärken oder mildern die Auswirkungen nachfolgender Änderungen auf diffuse Indikatoren nicht. Neben strukturellen Einblicken bieten unsere Ergebnisse der Item-Response-Theorie wichtige praktische Orientierung für Forscher bei der Entscheidung zwischen den Indikatoren der politischen Unterstützung.
Menzner et al. (Wed,) haben diese Frage untersucht.