Ipsilaterale Brusttumorrezidive (IBTR), die nach brusterhaltender Chirurgie (BCS) und Bruststrahlentherapie auftreten, können ‚wahre Rezidive‘ oder unabhängige ‚neue Primärtumoren‘ sein. Kontralaterale Brustkrebserkrankungen (CBC) werden in der Regel als neue Primärtumoren angenommen. Das Verständnis der Auftmuster dieser Entitäten und/oder die Fähigkeit, zwischen den beiden zuverlässig zu unterscheiden, könnte wichtige Auswirkungen auf die Anpassung des Patientenmanagements bei der primären Präsentation und bei der Diagnose von IBTR/CBC haben. Die klonale Beziehung zwischen Index- und ipsilateralem sowie kontralateralem nachfolgenden Brusttumoren wurde in 112 gepaarten Proben aus zwei Bruststrahlentherapiestanien, IMPORT LOW und IMPORT HIGH, mithilfe von Kopienzahlprofiling und gezielter DNA-Sequenzierung bewertet. Die räumlichen Beziehungen zwischen den Index-Tumorbett, den Strahlentherapiedosierungen und den nachfolgenden Tumoren wurden durch computergestützte Ko-registration von Querschnittsbildgebung analysiert. In der IMPORT HIGH Kohorte, wo Patienten ein höheres Risiko für IBTR hatten, waren 61 % der IBTRs klonal mit dem Indextumor verwandt, verglichen mit nur 32 % aus der IMPORT LOW Kohorte. Es gab keinen Unterschied in den räumlichen Verteilungen in Bezug auf Index-Tumorbett zwischen verwandten und unverwandten nachfolgenden Tumoren. Verwandte IBTRs traten in einem höheren Anteil der Patienten auf, die weniger als 5 Jahre nach der Indexbehandlung diagnostiziert wurden, verglichen mit denen, die nach 5 Jahren diagnostiziert wurden (66 % gegenüber 24 %). Vier von 18 CBCs in der IMPORT HIGH Kohorte, aber keins aus IMPORT LOW, waren genomisch ähnlich zu den Index-Krebsarten. Diese Ergebnisse zeigen, dass IBTRs in der Nähe des Index-Tumorbett nicht immer wahre Rezidive sind und deuten auch stark darauf hin, dass einige CBCs Metastasen sind.
Lightowlers et al. (Sa,) haben diese Frage untersucht.