Geschlechtsspezifischer Schaden im Internet wird oft durch individualisierte Sicherheitswerkzeuge, Inhalte-Moderationsmechanismen oder compliancegetriebene Governance angesprochen, wobei Verantwortung durch abstrakte ethische Prinzipien und enge Leistungskennzahlen umrahmt wird. Diese Positionsschrift argumentiert, dass solche Ansätze die institutionellen Beziehungen, Abhängigkeitsbedingungen und Verantwortlichkeitslücken, durch die Schaden produziert, normalisiert und ungelöst bleibt, unangemessen berücksichtigen. Aufbauend auf einem integrierten Arbeitsbereich, der mehrere peer-reviewed Artikel und Leitartikel umfasst, stützt sich dieses Papier auf eine strukturierte Überprüfung von 308 Technologie-Design-Studien (2010–2023), die die Dominanz utilitaristischer, deontologischer und tugendethischer Rahmenbedingungen zeigt, neben Fokusgruppenforschung mit 110 marginalisierten Frauen in Brasilien, die unter Bedingungen institutionellen Misstrauens, Schaden und Machtasymmetrie mit hochriskanten digitalen Dienstleistungen navigieren. Zusammen motivieren diese Studien die Fürsorgeethik als grundlegende Design- und Governance-Orientierung zur Entwicklung sozialtechnischer Imaginationen von Verantwortung. Für den Workshop leistet diese Positionsschrift einen konzeptionell fundierten und empirisch informierten Beitrag dazu, warum die vorherrschenden Ethiken des „verantwortungsvollen Designs“ in HCI und IS Frauen in der Praxis oft versagen und was eine fürsorgeethische Alternative ermöglichen kann. Sie bietet: (1) eine systematische Kritik an vorherrschenden ethischen Rahmenbedingungen, die Design von sozialen und institutionellen Strukturen entkoppeln; (2) einen relationalen, fürsorgeethischen Rahmen mit Implikationen für Vertrauen, Empowerment und Engagement; (3) ein empirisch fundiertes Modell der Fürsorgekette, das Design mit organisatorischer Reaktion verknüpft; und (4) umsetzbare Wege und Impulse zur Unterstützung kollektiver Reflexion über verantwortungsvolles, geschlechtssensibles sozio-technisches Design.
Fernando Forattini (Wed,) hat diese Frage untersucht.
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