Zusammenfassung Die Charakterisierung kompressibler Fluktuationen im Sonnenwind ist entscheidend, um ihre Rolle bei der Beschleunigung und Erwärmung des Sonnenwinds zu verstehen; dennoch sind deren Ursprung und Entwicklung in verschiedenen Turbulenzregimen bislang nur unzureichend bekannt. In dieser Studie führen wir eine statistische Analyse der Eigenschaften kompressibler Fluktuationen im Sonnenwind durch, der von balancierter und unausgeglichener Turbulenz dominiert wird. Mittels in situ Messungen von Wind, Solar Orbiter und Parker Solar Probe untersuchen wir die skalenabhängige Variation der Dichte- und magnetischen Druckfluktuationen sowie deren Korrelationen mit Plasma-Beta und radialer Entfernung. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Kompressibilität des Sonnenwinds wahrscheinlich sowohl durch Expansionseffekte als auch durch kompressible Dynamiken beeinflusst wird, die von lokalen Plasmabedingungen bestimmt sind. Der nicht-Alfvénische Wind ist von anticorrelierten Fluktuationen dominiert, während der Alfvénische Wind eine Mischung aus korrelierten und anticorrelierten Fluktuationen enthält, wobei letztere vorherrschen. Während die anticorrelierten Komponenten mit MHD langsamen magnetosonischen Moden übereinstimmen, werden die korrelierten (schnellmodus-ähnlichen) Komponenten weder durch Vorhersagen der linearen MHD-Theorie noch durch nichtlineare Modelle erzwungener kompressibler Fluktuationen reproduziert. Dennoch erklärt die dominierende langsame Modus-Komponente die beobachtete Abhängigkeit von δB ∥ / δB ⊥ vom β-Wert sowie die von Parker Solar Probe gemessenen verstärkten Dichteschwankungen. Dies legt nahe, dass Langsam-Modus-Wellen einen bedeutenden Beitrag zum kompressiblen Energiebudget in Sonnennähe leisten und eine wichtige Rolle bei der Erwärmung und Beschleunigung des Sonnenwinds nahe der Sonne spielen können.
Gonzalez et al. (Di,) haben diese Fragestellung untersucht.