Ziel: Die medizinische Ausbildung ist ein anspruchsvoller und druckvoller Prozess, der sich negativ auf die psychische Gesundheit der Studierenden auswirken kann. Stress ist unter Medizinstudenten verbreitet, aber seine Schwere und Determinanten können je nach Ausbildungsphase variieren. Diese Studie verglich den wahrgenommenen Stress zwischen Medizinstudenten im ersten und sechsten Jahr und untersuchte soziodemografische Faktoren, die mit höheren Stressniveaus verbunden sind. Methoden: Diese Querschnittsstudie wurde im Februar 2025 an der Medizinischen Fakultät der Universität Gaziantep in der Türkei durchgeführt. Insgesamt 227 Studierende (143 im ersten Jahr und 84 im sechsten Jahr) füllten freiwillig einen soziodemografischen Fragebogen und die türkische Version der Perceived Medical School Stress Scale (PMSS-TR) aus. Die Daten wurden mittels unabhängiger t-Tests, einweg ANOVA und Pearson-Korrelation analysiert. Ergebnisse: Im Vergleich zu Erstsemestern berichteten Sechstsemester über signifikant höhere Stressniveaus (45,23±9,14 vs. 40,96±7,73, P<.001). Weibliches Geschlecht, Alkohol konsum, unzureichende finanzielle Unterstützung und frühere akademische Misserfolge standen im Zusammenhang mit erhöhtem Stress. Rauchen war schwach assoziiert, während die Teilnahme an sozialen Aktivitäten nicht signifikant war. Alter (r=.204, P=.002) und Jahre der höheren Schulbildung (r=–.255, P<.001) korrelierten schwach mit Stress. Schlussfolgerungen: Der wahrgenommene Stress scheint in den späteren Phasen der medizinischen Ausbildung erheblich zuzunehmen und wird durch soziodemografische sowie Verhaltensfaktoren geprägt. Diese Ergebnisse verdeutlichen den potenziellen Wert gezielter Unterstützungsstrategien, einschließlich Mentoring, finanzieller Unterstützung und regelmäßiger Stressüberwachung.
Çimenli et al. (Fri,) untersuchten diese Frage.