Zusammenfassung: Seit Jahrhunderten ist die Pastoralwirtschaft eines der Hauptstandbeine der Lebensgrundlagen in den ariden und semi-ariden Regionen Marokkos. Dieses traditionelle Produktionssystem sieht sich nun zunehmend mit Umweltdruck und tiefgreifenden Transformationen konfrontiert, die durch Klimaschwankungen und sozioökonomische Veränderungen in ländlichen Gebieten hervorgerufen werden. Während dieser Druck zunimmt, bleibt das Dromedar eine wichtige Ressource aufgrund seiner einzigartigen Anpassungsfähigkeit an raue Umgebungen. Es nimmt eine besondere Stellung unter den Nutztierrassen ein: Sein Marktwert neigt dazu, in Krisenzeiten resilienter zu sein, und es bleibt das wertvollste Tier sowohl in pastoralistischen als auch in agrarisch-pastoralistischen Systemen. Mehr als 90 % der nationalen Kamelpopulation konzentriert sich in den südlichen Regionen des Landes. Diese Übersichtsarbeit untersucht den aktuellen Stand und die Dynamik der Kamelpopulation Marokkos und hebt die wichtigsten sozioökonomischen Treiber, Einschränkungen und Chancen innerhalb des Sektors hervor. Vorliegende Daten zeigen schwankende Herden-Trends, mit einer abnehmenden Tendenz in den letzten Jahren. Obwohl der Vertrieb und die Verarbeitung von Kamelprodukten begrenzt bleiben, zeigt der Sektor frühe Anzeichen einer Expansion und zeigt ein erhebliches Entwicklungspotenzial. Der Kamelsektor erhält weiterhin nur begrenzte institutionelle und wissenschaftliche Aufmerksamkeit und sieht sich nach wie vor großen strukturellen Einschränkungen gegenüber, insbesondere wiederkehrenden Dürreperioden, Weideland-Degradation und eingeschränktem Marktzugang.
Guimimi et al. (Thu,) haben diese Frage untersucht.