Die Amiche sind Eritreer, die vor der eritreischen Unabhängigkeit in Äthiopien geboren oder aufgewachsen sind. Dieser Artikel befasst sich mit der politischen und sozialen Situation der Amiche-Gruppe. Er untersucht, wie ihre Mitglieder sich selbst wahrnehmen und von anderen in den letzten Jahren wahrgenommen werden. Aus einer sozialanthropologischen Perspektive analysiert der Artikel, inwieweit aus fließenden und kontinuierlichen Inklusionen und Exklusionen durch benachbarte Gruppen eine stabile soziale Identität entstanden ist. Wir argumentieren, dass die Amiche einen eigenen Fall stabiler Liminalität darstellen – einen dauerhaften Zwischenstatus, der sich zu einer sozialen Identität entwickelt hat, die in ihrer eigenen Art einzigartig ist, anstatt einem vorübergehenden Übergangszustand zu entsprechen. Im Gegensatz zu klassischen Liminalitätstheorien, die den Übergang betonen, zeigen wir, wie anhaltende Vertreibung und Exklusion eine relativ stabile soziale Gruppe hervorgebracht haben, die durch ihr ganz eigenes Dazwischen gekennzeichnet ist.
Rudolf et al. (Mon,) haben diese Frage untersucht.