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Trotz des gut etablierten Geschlechtsunterschieds in der Prävalenz vieler psychopathologischer Zustände im Kindes- und Jugendalter existiert keine integrative Metatheorie der Geschlechtsunterschiede in der Psychopathologie. Diese Übersichtsarbeit versucht, einen metatheoretischen Rahmen zu bieten, um die empirische Untersuchung von Geschlechtsunterschieden in der Prävalenz von in der Kindheit beginnenden "äußeren" und in der Jugend beginnenden "inneren" Störungen zu leiten, basierend auf der evolutionären Theorie der sexuellen Selektion. Die Theorie der sexuellen Selektion schlägt bedeutende Unterschiede zwischen den Geschlechtern in Markern, Mechanismen, Ätiologie und Entwicklungszeitpunkt des Risikos und der Resilienz vor, die für Psychopathologie relevant sind. Namentlich postuliert die Theorie der sexuellen Selektion, dass Disinhibition und Sensationssuche wichtige proximate Risikomarker für in der Kindheit beginnende äußere Störungen bei männlichen Probanden sein könnten. Die Theorie legt nahe, dass diese männlich-biased Marker ein Produkt ihrer höheren Exposition gegenüber pränatalem Testosteron sein könnten, was sie anfälliger für pränatale Stressfaktoren macht, die nachgelagerte Effekte auf die dopaminergische Neurotransmission haben, insbesondere für diejenigen mit genetischen Allelen, die mit einer niedrigeren dopaminergen Funktion assoziiert sind. Im Gegensatz dazu postuliert die Theorie der sexuellen Selektion, dass negative Emotionalität, Empathie und kognitive Rumination wichtige proximate Risikomarker für in der Jugend beginnende innere Störungen bei weiblichen Probanden sein könnten. Die Theorie legt nahe, dass diese Marker durch schnell ansteigende Estradiolspiegel in der Pubertät, die mit Cortisol und Oxytocin interagieren, propagiert werden. Diese Hormone haben nachgelagerte Effekte auf das serotonerge System, sodass die Sensitivität von Frauen gegenüber interpersonellen Stressoren insbesondere in der Pubertät und besonders bei denen mit niedrigerer funktioneller serotonerger Aktivität erhöht wird. Eine solche Metatheorie kann helfen, frühere Ideen zu Geschlechtsunterschieden zu integrieren und kann auch neue Vorhersagen über Geschlechtsunterschiede in Markern, Ätiologie, Mechanismen und Entwicklungszeitpunkt häufiger Formen der Psychopathologie generieren.
Michelle M. Martel (Mon,) untersuchte diese Frage.