Hintergrund: Blutstrominfektionen (BSI) bleiben umstritten, insbesondere der klinische Einfluss von Vancomycin-Resistenz, die Rolle von Kontrollkulturen und optimale therapeutische Regime. Ziel dieser Studie war es, einen Expertenkonsens zu diesen ungelösten klinischen Bereichen zu erreichen und Prioritäten für zukünftige Forschung zu identifizieren. Methoden: BSI und 4) optimale Antibiotikatherapie für VRE-BSI. Diese Ergebnisse flossen in einen dreirundigen Delphi-Prozess mit einem Expertengremium ein. Ein iterativer Ansatz wurde verfolgt: 16 Anfangsfragen basierend auf der systematischen Übersichtsarbeit (6-Punkte-Likert-Skala) wurden über die Runden anhand von Expertenfeedback verfeinert. Konsens wurde als mindestens 80 % Zustimmung oder Ablehnung definiert. Ergebnisse: 13 Aussagen wurden in drei größeren Bereichen generiert. Bezüglich klinischer Ergebnisse und Diagnostik waren sich die Experten einig, dass die Mortalität stark durch Komorbiditäten beeinflusst wird; daher sollte die therapeutische Beurteilung auf klinischen Trends und Entzündungsmarkern basieren, mit Kontroll-Blutkulturen zur Bestätigung der Eradikation. Katheter-assoziierte BSI sollten durch Entfernung des Gerätes und Kurzzeittherapie (9 mg/kg pro Tag) effektiv behandelt werden, wobei daptomycinbasierte Kombinationen für schwierige Fälle (tief sitzende Infektionen und/oder hohe minimale Hemmkonzentrationen) reserviert bleiben. Schließlich sollten zukünftige Studien, die die Wirkung antimikrobieller Therapie untersuchen, eine Desirability-of-Outcome-Ranking-Analyse verwenden; das in-vitro Potenzial von Oritavancin rechtfertigt gezielte randomisierte Studien zur Definition seiner klinischen Wirksamkeit bei VRE-BSI. Interpretation: BSI unter Berücksichtigung wesentlicher Wissenslücken zur Steuerung zukünftiger klinischer Forschung. Finanzierung: Keine.
Rinaldi et al. (Fr,) haben diese Fragestellung untersucht.