In den vergangenen Jahren war die Spitzenposition am Markt der Desktop-Betriebssysteme klar besetzt. Aktuell gibt es jedoch, vor allem in Europa, Bestrebungen, sich vom Marktführer abzuwenden und Alternativen zu erproben. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe und Positionen: Manche nennen die Lizenzkosten als Motiv für einen geordneten Wechsel,andere die zunehmende Integration von Cloud-Diensten. Unternehmen stehen vor der Frage, ob sie die Hoheit über ihre Daten behalten oder fremde Cloud-Dienste nutzen wollen. Preismodelle mit niedrigen Einstiegskosten sollen die Entscheidung zugunsten der Cloud erleichtern, erhöhen jedoch die Abhängigkeit vom Produkt und vom Anbieter.Diese Thesis befasst sich mit dem Desktop-Arbeitsplatz an der TU Wien und möglichen Open-Source-Alternativen.Das Ziel der Arbeit war die Definition von Anforderungen für eine mögliche Alternativezum aktuellen proprietären Desktop-Arbeitsplatz. Mithilfe des Fragebogens und der Interviews wurden Anforderungen erforscht sowie Möglichkeiten aufgezeigt, diese zu erfüllen. Des Weiteren wurde erhoben, welche Schwächen offene Desktop-Betriebssysteme im Vergleich zu proprietären Lösungen haben und welche Schwierigkeiten auch heute noch bei so einem Vorhaben bestehen.Methodisch handelt es sich hier um eine explorative Fallstudie mit quantitativen und qualitativen Erhebungsmethoden. Um belastbare Anforderungen zu definieren, wurden ähnliche Studien herangezogen und miteinander verglichen. Aus den Erkenntnissen dieser Literaturrecherche wurde ein Fragebogen erstellt, der sowohl quantitative als auch qualitative Fragen beinhaltet. Leitfadengestützte Experteninterviews ergänzen die qualitative Erhebung. Daraus wurde ein Designkonzept für einen Prototypen entwickelt und auch alternative Lösungen skizziert. Auf Grundlage des Konzeptes wurde ein konkreter Prototyp gebaut, welcher eine Möglichkeit aufzeigt, die Anforderungen zu erfüllen und die bestehenden Hürden möglichst zu umgehen.Die Auswertung zeigt, dass heute so wie vor 20 Jahren, die Migration der Office Suite die Anwender vor ein großes Problem stellt. Wenn die Anwendungsgebiete jedoch vollumfänglich auf offenen Standards aufbauen oder in Webapplikationen vorliegen, wird eine Migration zu einem Linux-Arbeitsplatz maßgeblich vereinfacht. Durch den Fokusauf moderne Webapplikationen wurde der Browser zu einem der wichtigsten Programme auf dem modernen Arbeitsplatz.
Lukas Hartl (Sun,) studied this question.