Höhere körperliche Aktivität im Lebensverlauf war mit einem geringeren Rückgang der Informationsverarbeitung im mittleren Lebensalter assoziiert (β=0.08, p=0.003) und bei Männern mit dem Arbeitsgedächtnis (β=0.09, p=0.040).
Kohortenstudie (n=1,353)
Verhindert höhere kumulative körperliche Aktivität von der Kindheit bis zum mittleren Alter den kognitiven Abbau im mittleren Alter?
Höhere kumulative körperliche Aktivität von der Kindheit bis zum mittleren Alter ist mit einer besseren Erhaltung exekutiver kognitiver Funktionen, insbesondere der Informationsverarbeitung, im mittleren Alter verbunden.
Effect estimate: β=0.08
p-value: p=0.003
Zweck: Untersuchung, ob kumulative körperliche Aktivität (PA) in der Jugend, im Erwachsenenalter oder von der Kindheit bis zum mittleren Alter mit kognitiven Veränderungen im mittleren Alter assoziiert ist. Weiterhin wurde untersucht, ob kumulative PA in der Jugend oder im Erwachsenenalter unabhängig voneinander mit kognitiven Veränderungen in Zusammenhang steht und ob diese Zusammenhänge geschlechtsspezifisch unterschiedlich sind. Methoden: Diese Studie nutzte Daten (n=1353, 57 % Frauen) aus der longitudinalen, bevölkerungsbasierten Cardiovascular Risk in Young Finns Study, die 1980 initiiert wurde. Kognitive Funktionen (Lernen und Gedächtnis, Arbeitsgedächtnis, Reaktionszeit und Informationsverarbeitung) wurden 2011 und 2018 mit der Cambridge Neuropsychological Test Automated Battery evaluiert. Die körperliche Aktivität wurde mit einem standardisierten Fragebogen in allen Studienphasen (1980–2018) erhoben, mit wiederholten Messungen im Abstand von 3–9 Jahren. Kumulative PA wurde für die Jugend (Alter 9–24), das Erwachsenenalter (Alter 24–48) und den gesamten Lebensverlauf (Alter 9–48) bestimmt. Zusammenhänge wurden mit linearen Regressionsmodellen mit standardisierten Variablen analysiert, angepasst an Alter, Bildung, kardiometabolische Risikofaktoren, Gesundheitsverhalten und einen polygenen Risikoscore für kognitive Funktionen. Modelle mit kumulativer PA in Jugend und Erwachsenenalter wurden zusätzlich gegenseitig angepasst. Ergebnisse: Höhere körperliche Aktivität über den Lebensverlauf war mit einem geringeren Rückgang der Informationsverarbeitung im mittleren Alter assoziiert (β=0,08, p=0,003) (jede Einheit Zunahme der PA entsprach einem prognostizierten Vorteil von 3 Jahren bei der Informationsverarbeitung). Zudem war höhere körperliche Aktivität über den Lebensverlauf bei Männern mit einem geringeren Rückgang des Arbeitsgedächtnisses verbunden (β=0,09, p=0,040) (ein prognostizierter Vorteil von 2,7 Jahren beim Arbeitsgedächtnis). Über den Lebensverlauf wurde keine Assoziation mit anderen kognitiven Funktionen gefunden. Die körperliche Aktivität in der Jugend zeigte keine Assoziation mit kognitiven Veränderungen nach Anpassung für die körperliche Aktivität im Erwachsenenalter und umgekehrt. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Personen mit höherer körperlicher Aktivität im Lebensverlauf im mittleren Alter einen geringeren Rückgang exekutiver Aspekte kognitiver Funktionen erfahren.
Syväoja et al. (Wed,) conducted a cohort in Cognitive decline (n=1,353). Cumulative physical activity was evaluated on Changes in cognitive functions (learning and memory, working memory, reaction time, and information processing) (β=0.08, p=0.003). Higher life-course physical activity was associated with a smaller decrease in midlife information processing (β=0.08, p=0.003) and, among males, working memory (β=0.09, p=0.040).