Die amerikanischen Gründer des 18. Jahrhunderts glaubten, dass Religion etwas Besonderes ist und daher einen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz verdient, und dass alle friedlichen Glaubensrichtungen in den verfassungsrechtlichen Prozess und Schutz einbezogen werden müssen. Die Gründer führten sechs verfassungsrechtliche Prinzipien zum Schutz der Religionsfreiheit ein – Gewissensfreiheit, freie Ausübung der Religion, religiöser Pluralismus, religiöse Gleichstellung, Trennung von Kirche und Staat sowie keine staatliche Einrichtung von Religion. Seit den 1940er Jahren hat der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten diese Prinzipien der Religionsfreiheit in mehr als 170 Fällen bestätigt, wenn auch in letzter Zeit ungleichmäßig. Zudem ist die Religionsfreiheit in den letzten Jahren sowohl in der Bevölkerung als auch in der Wissenschaft scharf angegriffen worden, insbesondere da religiöse Pathologien ans Licht gekommen sind und Forderungen nach Religionsfreiheit mit Ansprüchen auf sexuelle Freiheit kollidieren. Dieser Aufsatz plädiert für eine Rückkehr zu den ersten Prinzipien der Religionsfreiheit für alle, im Inland und international, sowie für ein neues Gleichgewicht zwischen Religionsfreiheit und anderen grundlegenden Rechtsansprüchen.
Witte, Jr., John (Wed,) untersuchte diese Fragestellung.