Zusammenfassung Aufbauend auf dem husserlschen Diskurs untersucht dieser Artikel die pathologische Modifikation der Sedimentation im Kontext der phänomenologischen Psychopathologie. Er beginnt mit einer Zusammenfassung von Husserls ursprünglicher Darstellung der Sedimentation, die durch eine implizite zeitliche Schichtung der erfahrungsbezogenen Inhalte und die harmonische Natur ihrer Rückkehr im späteren Verlauf der Erfahrung gekennzeichnet ist. Ich argumentiere, dass diese Formulierung erheblichen Herausforderungen gegenübersteht, wenn pathologische Phänomene ins Spiel kommen. Anomale Erfahrungen zeigen, dass die eigene Vergangenheit nicht unbedingt als wirklich vergangen sedimentiert, und ihr späteres Wiederauftauchen ist überwiegend eindringlich und störend. Um solche Phänomene zu erklären, entwickle ich die Idee der pathologischen Sedimentation und erläutere ihre entsprechenden Manifestationsweisen. Pathologische Sedimentation unterscheidet sich von typischer Sedimentation hinsichtlich (i) ihrer ungeordneten Schichtung der inneren Aspekte einer Erfahrung und (ii) ihrer Dissoziation von subjektivem Bewusstsein. Dementsprechend manifestieren sich pathologisch sedimentierte Inhalte im späteren Verlauf der Erfahrung des existenziell vulnerablen Subjekts auf eine Weise, die (i) fragmentarisch und (ii) widersprüchlich zu laufenden intentionalen Handlungen ist. Am Ende dieser Exposition werden die konzeptionellen Lücken innerhalb von Husserls Verständnis der Sedimentation vorläufig adressiert.
Joanne Chung-yan Wun (Do,) hat diese Frage untersucht.
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