Abstract Wir erleben eine Vertrauenskrise in die Demokratie. Mit der zunehmenden Digitalisierung der Wahlen sind Wähler zunehmend unruhig über die digitale Infrastruktur, die den Wahlprozess stützt. Diese Studie untersucht, wie Cyber-Bedrohungserzählungen das Vertrauen in die Integrität von Wahlen untergraben und testet gezielte Interventionen, um diesen Effekt zu bekämpfen. Mithilfe eines vorab registrierten, zweifachen Umfrageexperiments, das während der Wahl 2024 durchgeführt wurde, stellen wir fest, dass die Medienberichterstattung über Cyberangriffe die Wahrnehmung der Wahlintegrität erheblich beeinträchtigt, ein Effekt, der parteiübergreifend wirkt. Selbst Cyberangriffe ohne Bezug zu Wahlen verringerten das Vertrauen in die Wahlsysteme und deuten darauf hin, dass Wähler digitale Unsicherheit verallgemeinern. Doch gibt es Hoffnung: Wir identifizieren auch eine Intervention, die den negativen Effekt mindert. Indem wir die Teilnehmer vier Wochen zuvor mit einem kurzen Video über Wahlschutzmaßnahmen impfen, konnten sie stabile Vertrauensniveaus aufrechterhalten, trotz ihrer späteren Aussetzung gegenüber bedrohlichem Inhalt. Diese Erkenntnisse bieten eine neue Perspektive auf das demokratische Vertrauen im Zeitalter digitaler Wahlen.
Shandler et al. (Freitag) haben diese Frage untersucht.