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Traditionelle Auffassungen über den Ursprung der Eukaryoten und die Beziehungen zwischen den wichtigsten "Reichen" spiegeln Interpretationen des Fossiliennachweises und Vergleiche phänotypischer Merkmale wider. Diese Perspektive wird durch phylogenetische Rahmenbedingungen in Frage gestellt, die aus Vergleichen makromolekularer Sequenzen abgeleitet wurden, die eine gemeinsame Abstammung teilen. Ähnlichkeiten zwischen ribosomalen RNA-Genen zeigen, dass Eukaryoten anstelle relativ junger biologischer Erfindungen eine eigene Linie darstellen, die so alt sein könnte wie die Linien der Archaebakterien und Eubakterien. Die Vielfalt der kleinen Subunit-rRNA-Sequenzen der Protisten übersteigt die der gesamten prokaryotischen Welt. Die frühesten Verzweigungen umfassen Diplomonaden, Mikrosporidien und Tritrichomonaden. Andere wichtige protistische Gruppen schlossen sich jedoch relativ spät in der evolutionären Geschichte der zellkernhaltigen Zellen auseinander. Anstatt eine prägnante evolutionäre Ansammlung zu sein, sollten die Protisten als Sammlung paraphyletischer Linien angesehen werden. Im Gegensatz dazu sind die Fungi, Plantae und Animalia unabhängige monophyletische Gruppierungen. Sie entstanden nahezu gleichzeitig während eines relativ kurzen Zeitraums, der durch eine massive Diversifizierung der Formen gekennzeichnet ist. Diese neuartige Sicht auf die eukaryotische Evolution legt nahe, dass eine Abhängigkeit von großen phänotypischen Unterschieden zur Abgrenzung von Reichen wahre genealogische Beziehungen verschleiern kann. Anstatt Eukaryoten in vier oder mehr Hauptabteilungen zu unterteilen, sollten sie als ein einziges Reich betrachtet werden, das eine Progression unabhängig divergierender Linien umfasst.
Mitchell L. Sogin (Mon,) untersuchte diese Frage.