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In der zeitgenössischen Kultur gelten Soldaten, die als Kriegsgefangene (POWs) oder Geiseln gehalten werden, als bedeutend gefährdet für psychische Erkrankungen, insbesondere posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Diese Annahme steht im Gegensatz zur psychiatrischen Orthodoxie des Ersten Weltkriegs, als sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland der Schluss gezogen wurde, dass Kriegsgefangene gegen 'Kriegsneurosen' geschützt seien. Obwohl während der Gefangenschaft 'Drahtkrankheit' identifiziert wurde, wurden posttraumatische Auswirkungen nicht anerkannt. Die Repatriierung von 'geschützten' Kriegsgefangenen im Jahr 1943 führte zu einer Neubewertung der psychologischen Auswirkungen der Gefangenschaft, als Soldaten mit bisher gutem Charakter anfingen, abweichend zu handeln. Rehabilitationsprogramme wurden entwickelt, um den Soldaten zu ermöglichen, sich wieder in ihre Dienst- oder Zivilrollen einzugliedern. Anpassungsschwierigkeiten wurden in sozialen und kognitiven Begriffen dargestellt, und Korrekturmaßnahmen waren beruflich und bildungsorientiert. Psychiatrische Störungen, die bei Kriegsgefangenen festgestellt wurden, wurden in Bezug auf eine präkonfliktliche Prädisposition oder eine Vorgeschichte von psychischen Erkrankungen erklärt. Retrospektive Studien zu Veteranen-Kriegsgefangenen haben jedoch eine hohe Prävalenz von PTBS ergeben. Eine Veränderung der Einstellungen wird im Hinblick auf den Fortschritt der medizinischen Terminologie in das Gebiet der Emotionen und die Zuschreibung pathologischer Prozesse an selbstheilende psychische Zustände untersucht. Die Reklassifizierung der Auswirkungen der Gefangenschaft impliziert, dass Diagnosen in der Militärpsychiatrie kulturell bestimmt sind und nur verstanden werden können, wenn sie in einen Kontext eingeordnet werden, der sich aus veränderten Überzeugungen über psychische Erkrankungen, der formalen Entwicklung der psychiatrischen Profession und den unmittelbaren Bedürfnissen der Streitkräfte ergibt.
Jones et al. (Mon,) untersuchten diese Frage.