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In der zeitgenössischen Russland sind geopolitische Diskurse wichtiger geworden als die politische Ideologie selbst, sodass das Konzept der „Russischen Welt“ zur allumfassenden Ideologie emporsteigt, die behauptet, dass Russland politisch und geografisch größer sein sollte als die Russische Föderation. Dies bedeutet, dass die Idee der „Einflusssphären“ in das Konzept eingebettet ist. Gleichzeitig argumentiert das Papier, dass die Bedeutung der „Russischen Welt“ in den letzten 20 Jahren unterschiedlich artikuliert und unterschiedlich für politische Zwecke instrumentalisiert wurde. Es wäre eine Vereinfachung zu glauben, dass die „Russische Welt“ immer nur ein Synonym für Russlands neo-imperialistische Bestrebungen in der post-sowjetischen Arena war. Mit dem Fokus auf Diskontinuitäten identifiziert das Papier drei ideologische Iterationen der „Russischen Welt“. Die erste war die de-territorialisierte und de-zentrierte Bildsprache des „Russischen Archipels“ in den 1990er Jahren. Die zweite stellt die Anpassung des Konzepts an die Idee der „souveränen Demokratie“ in den 2000er Jahren dar, als die Logik der „Einflusssphäre“ in die „Russische Welt“ eingeführt wurde. Drittens, in den 2010er Jahren wurde die „Russische Welt“ als irredentistisches und isolationistisches Projekt neu-territorialisiert, ausgerichtet an der Logik, Russland als ein alternatives, nicht-westliches Modell der Modernität darzustellen. Die Quintessenz des Arguments ist, dass trotz vieler innovativer und potenziell progressiver Konnotationen das Konzept der „Russischen Welt“ eine ausgeprägte Tendenz zur konservativen und anti-westlichen Kritik der Globalisierung gezeigt hat, die charakteristisch für die Logik der Einflusssphären ist.
Михаил Суслов (Thu,) hat diese Frage studiert.