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Das Millennial-Delhi verändert sich rasant. Zwischen 1990 und 2003 wurden in Delhi 51.461 Häuser im Rahmen von „Slum-Räumungs“-Programmen abgerissen. Allein zwischen 2004 und 2007 wurden jedoch mindestens 45.000 Häuser abgerissen, und seit Anfang 2007 wurden Räumungsbescheide für mindestens drei weitere große Siedlungen erteilt. Weniger als 25 Prozent der Haushalte, die in diesem Zeitraum geräumt wurden, haben alternative Umsiedlungsstandorte erhalten. Diese Räumungen stellen einen Wandel nicht nur im Ausmaß, sondern auch in der Art dar. Sie wurden nicht von der Planungsbehörde der Stadt, den kommunalen Körperschaften oder der Stadtregierung angeordnet. Stattdessen waren sie jeweils das Ergebnis eines richterlichen Urteils. Was bedeutet das Aufkommen der Justiz in die Stadtplanung und die Regierung für die städtische Armut? Dieses Papier analysiert die Dikta der Urteile zu Räumungen im Delhi High Court und im Obersten Gerichtshof Indiens von 1985 bis 2006. Anhand dieser Urteile wird die „Fehlwahrnehmung“ der Armen untersucht, die in den frühen 1990er Jahren dramatisch offensichtlich wurde und die Räumungen zugrunde liegt und rechtfertigt. Dieser Wandel wird dann in den größeren politischen, wirtschaftlichen und ästhetischen Transformationen verortet, die die Politik des öffentlichen Interesses in indischen Städten neu konfigurieren.
Gautam Bhan (Mi,) hat diese Frage untersucht.