ZIELE: Diese Studie identifizierte geschlechtsspezifische Multipfadbäume von Angst- und Depressionssymptomen bei Kanadiern vor und während der COVID-19-Pandemie sowie assoziierte Faktoren gemäß einem öffentlichen Gesundheitsrahmen für die Überwachung der psychischen Gesundheit. METHODEN: Daten von 15.021 Teilnehmern der kanadischen Partnerschaft für die Gesundheit von morgen, die in den Jahren 2018, 2020, 2021 und 2022 erhoben wurden, wurden analysiert. Symptome von Angst und Depression wurden mithilfe der GAD-7- und PHQ-8-Skalen bewertet. Gruppenbasierte Multipfadmodellierung identifizierte unterschiedliche Muster der gemeinsamen Symptomentwicklung bei männlichen und weiblichen Teilnehmern. Multinomiale logistische Regressionsanalysen untersuchten die Zusammenhänge zwischen den Gruppen der Pfadverläufe und individuellen, wohnumfeldbezogenen und globalen/systemischen Faktoren. ERGEBNISSE: Vier Gruppen von Angst-Depressions-Multipfadbäumen wurden bei Frauen und Männern identifiziert: resilient (26,6%, 37,0%), persistent minimal schwankend (49,0%, 42,4%), persistent mild schwankend (20,0%, 17,6%) und persistent moderat schwankend (4,4%, 3,0%). Die Verlaufsmuster unterschieden sich nach Geschlecht, wobei Männer eine größere Variation aufwiesen. Im Vergleich zur resilienten Gruppe war die Mitgliedschaft in den drei Symptomverläufen mit individuellen (z. B. jüngerem Alter, niedrigerem Haushaltseinkommen, Multimorbidität, lebenslanger Präsenz einer psychischen Störung), wohnumfeldbezogenen (z. B. emotionaler/psychologischer Unterstützung) und globalen/systemischen (z. B. reduzierten Löhnen/Stunden, Hindernissen bei der psychischen Gesundheitsversorgung) Faktoren assoziiert. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Diese Ergebnisse heben Ungleichheiten in der psychischen Gesundheit und beim Zugang zur Versorgung hervor und rufen zu gezielten klinischen Nachuntersuchungen von Personen mit bestehenden psychischen Störungen sowie zu öffentlichen Gesundheitskampagnen und Gesundheitspolitiken auf, die darauf abzielen, Barrieren beim Zugang zu psychischen Gesundheitsdiensten abzubauen.
Kapasa et al. (Fr,) untersuchten diese Frage.