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Zusammenfassung Gegen Ende des Kalten Krieges erhielt der Wortschatz globaler Macht, Raum und Wirtschaft eine qualitative Aktualisierung. Zu den seit den frühen 1990er Jahren schnell an Bedeutung gewinnenden Begriffen zählt die Geoökonomie, deren Prägung häufig dem Strategen Edward N. Luttwak zugeschrieben wird. In seiner Interpretation bedeutete sie den Übergang von ideologischer und militärischer geopolitischer Konkurrenz des Kalten Krieges hin zu handels- und marktbasierter geostrategischer Macht. In den vergangenen drei Jahrzehnten setzte ein „Geoökonomie-Boom“ ein, gekennzeichnet durch Denkfabriken und eine vielfältige politisch-ökonomische Literatur, die den Begriff intensiv nutzte. Üblicherweise als Neologismus behandelt, wurden Herkunft und frühere Ausprägungen der Geoökonomie, von denen einige über ein Jahrhundert zurückreichen, sowohl von lobenden als auch kritischen Darstellungen weitgehend ignoriert. In diesem Artikel verfolgen und kontextualisieren wir diese früheren Fälle, die uns zur Geopolitik-Ära in Deutschland und zu Verweisen auf Geoökonomie in den USA in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg führen. Damit bieten wir eine kritische Genealogie der Geoökonomie, konzipiert als ein Objekt definitorischer Auseinandersetzungen. Befürworter des Begriffs versuchten, ihn unterschiedlich als Instrument nationaler wirtschaftlicher Kohäsion und Konkurrenz oder als Mittel zum Verständnis und zur Nutzung sich wandelnder globaler Machtverhältnisse zu positionieren, während andere die Geoökonomie unter die Geopolitik subsumieren wollten. Diese vergangenen Konflikte lassen sich in fortbestehende dialektische Spannungen zwischen Geoökonomie und Geopolitik als konkurrierende, aber zusammenhängende geostrategische Perspektiven zurückverfolgen.
Mallin et al. (Fr,) untersuchten diese Fragestellung.
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