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Wir wenden einen Mehrebenenansatz an, um den Zusammenhang zwischen individualistischer und kollektivistischer Kultur einerseits und dem Vertrauensradius von Personen andererseits empirisch zu untersuchen. Das Vertrauensniveau von Menschen (d. h. die Intensität, mit der Menschen anderen Menschen vertrauen) wurde bereits umfassend erforscht. Zunehmend sehen Forschende jedoch die Notwendigkeit, über das Vertrauensniveau hinauszugehen und den Vertrauensradius (d. h. die Weite des Personenkreises, innerhalb dessen ein bestimmtes Vertrauensniveau besteht) als zweite wesentliche Komponente des Vertrauens zu untersuchen. Die Ergebnisse von bis zu 44,845 Personen aus 36 Ländern zeigen erstens, dass wir Mehrebenenmodelle valide auf die Untersuchung des Vertrauensradius anwenden können. Zweitens ist Individualismus, in Übereinstimmung mit früheren theoretischen Erwartungen, mit einem breiteren Vertrauensradius assoziiert, während Kollektivismus mit einem engeren Vertrauensradius einhergeht. In Anbetracht der Stärke der gefundenen Assoziationen lässt sich der Vertrauensradius möglicherweise am besten als inhärenter Bestandteil des kulturellen Syndroms Individualismus–Kollektivismus verstehen. Der wesentliche Beitrag dieses Beitrags besteht darin aufzuzeigen, wie genau Individualismus–Kollektivismus mit Vertrauen, insbesondere mit dessen Radius, zusammenhängt. Darüber hinaus demonstriert der Beitrag die Machbarkeit eines Mehrebenenansatzes zur Untersuchung des Vertrauensradius mit erheblichem Potenzial für Folgeforschung zu diesem essenziellen Vertrauenskonstrukt.
André van Hoorn (Fri,) untersuchte diese Fragestellung.