Das Reizdarmsyndrom ist eine chronische funktionelle gastrointestinalen Störung, die durch wiederkehrende Bauchschmerzen und veränderte Stuhlgewohnheiten gekennzeichnet ist, ein Zustand, der erheblich von Stress beeinflusst wird. Basierend auf der Wahrnehmung und Reaktion des Gehirns auf Stressoren kann Stress in physischen und psychologischen Stress unterteilt werden. Dementsprechend konzentriert sich diese narrative Übersichtsarbeit auf die Aufklärung der Auswirkungen verschiedener Stressparadigmen auf das Reizdarmsyndrom. Stress aktiviert das Locus coeruleus-Norepinephrin-System und die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, was zur Symptomatik und -progression beiträgt. Physisch stört Stress die intestinale Homöostase und fördert eine niedriggradige Entzündung, die zur Entstehung gastrointestinaler Symptome führt, die typischerweise nach einer intestinalen Infektion oder im Kontext einer entzündlichen Darmerkrankung auftreten. Psychologisch kann Stress mentale Symptome wie Angst und Depression auslösen, die eine bidirektionale ursächliche Beziehung zum Reizdarmsyndrom haben; Antidepressiva und kognitive Verhaltenstherapie haben sich als wirksam bei der Behandlung des Reizdarmsyndroms erwiesen. Frühzeitige belastende Lebensereignisse können die Stresssensitivität erhöhen und das Risiko für das Reizdarmsyndrom steigern. Tiermodelle, die psychosoziale oder physische Stressoren verwenden, haben gezeigt, dass Stress viszerale Hypersensitivität und eine Dysregulation der Gehirn-Darm-Achse induziert, durch Mechanismen wie Beeinträchtigung der intestinalen Barriere, milde Entzündungen, Mikrobiota-Dysbiose und veränderte neuronale Signalgebung. Diese Erkenntnisse unterstützen integrierte Strategien zur Prävention und Behandlung des Reizdarmsyndroms.
Zheng et al. (Fri,) haben diese Frage untersucht.