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Schätzungsweise 108.000 Menschen sterben jährlich an potenziell vermeidbaren iatrogenen Verletzungen. Einer von 50 hospitalisierten Patienten erleidet ein vermeidbares unerwünschtes Ereignis. Bis zu 3 % dieser Verletzungen und Ereignisse treten in Notaufnahmen auf. Mit einer langen und detaillierten Ausbildung, Konferenzen zur Morbidität und Mortalität und einem Fokus auf die Verantwortung des Behandlers hat die Medizin traditionell die Herausforderungen von ärztlichen Fehlern und Patientensicherheit durch einen Ansatz angegangen, der fast ausschließlich auf einzelne Praktiker ausgerichtet ist. Doch egal wie gut ausgebildet und vorsichtig die Gesundheitsdienstleister sind, Individuen werden Fehler machen, weil sie menschlich sind. In der Allgemeinmedizin hat die Untersuchung unerwünschter Arzneimittelereignisse den Weg zu neuen Methoden der Fehlersuche und Fehlervermeidung geebnet. Eine Kombination aus Patientenaktenanalysen, Vorfallprotokollen, Beobachtung und Peer-Anfragen hat ein quantitatives Werkzeug bereitgestellt, um die Wirksamkeit von Interventionen wie der computergestützten Bestellaufnahme und der Überprüfung von Bestellungen durch Apotheker nachzuweisen. In der Notfallmedizin (EM) hat sich die Fehlererkennung auf hoch haftungsrechtliche Themen konzentriert: übersehene Myokardinfarkte, übersehene Appendizitis und Fehlinterpretation von Röntgenaufnahmen. Einige systemweite Bemühungen zur Fehlervermeidung haben sich auf Teamarbeit, die Stärkung der Kommunikation zwischen Apothekar*innen und Notfallärzt*innen, die Automatisierung der Medikamentendosierung und -verteilung sowie die Rationalisierung von Schichten konzentriert. Dieser Artikel überprüft die Definitionen, die Erkennung und die Darstellung von Fehlern in der Medizin und der EM. Basierend auf einer Überprüfung der aktuellen Literatur werden Empfehlungen gegeben, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, Fehler in der praktischen EM zu reduzieren.
Stephen Schenkel (Mi.) hat diese Frage untersucht.