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Systemische Pilzinfektionen stellen eine große Bedrohung für immungeschwächte Patienten dar. Neben dem antimykotischen Spektrum sind die pharmakokinetischen Eigenschaften eines Antimykotikums entscheidend für die klinische Wirksamkeit. Da Patienten mit systemischen Mykosen häufig eine signifikante Komorbidität aufweisen, müssen Pharmakokinetik unter besonderen Bedingungen wie Niereninsuffizienz, Nierenersatztherapie oder beeinträchtigter Leberfunktion berücksichtigt werden. Amphotericin B wird unverändert durch die Leber und die Niere eliminiert. Die Bindung an Plasmaproteine beträgt 95 bis 99 Prozent. Das konventionelle Amphotericin B Deoxycholat weist eine bemerkenswerte infusionsbedingte und renale Toxizität auf. Daher wurden lipidbasierte Formulierungen entwickelt. Bis jetzt werden drei lipidbasierte Formulierungen therapeutisch eingesetzt: liposomales Amphotericin B, kolloidale Dispersion von Amphotericin B und Amphotericin B-Lipidkomplex. Auffällige Unterschiede in ihrer plasma-pharmakokinetik wurden festgestellt. Diese Unterschiede können auf die unterschiedliche Disposition der Lipidbestandteile zurückgeführt werden, während das freigesetzte Amphotericin B ein pharmakokinetisches Verhalten zeigt, das unabhängig von der angewandten Lipidformulierung ist. Die höchsten Gewebekonzentrationen von Amphotericin B wurden in der Leber und der Milz gefunden, gefolgt von Lunge, Niere und Herz. Die Konzentrationen im Gehirngewebe sind sehr niedrig. Flucytosin hat keine relevante Proteinbindung und wird durch glomeruläre Filtration eliminiert. Fluconazol, Itraconazol, Voriconazol, Posaconazol und Ravuconazol sind Triazole, die zur Behandlung systemischer Pilzinfektionen eingesetzt werden. Bei einer Therapie mit Triazolen müssen signifikante Arzneimittelwechselwirkungen berücksichtigt werden, insbesondere bei Patienten, die auf Immunsuppression angewiesen sind. Diese Wechselwirkungen entstehen durch den Metabolismus der Triazole in der Leber, wo das Cytochrom P450 (CYP) System in unterschiedlichem Maße beteiligt ist, sowie durch ihre Wirkmechanismen. Triazole zeigen eine günstige Verteilung im Gewebe mit hoher Penetration ins zentrale Nervensystem. Echinocandine wie Caspofungin und Micafungin werden schnell von peripheren Geweben, insbesondere von der Leber, aufgenommen. In den ersten 24 Stunden scheint diese Aufnahme der Hauptweg der Elimination aus dem Plasma zu sein. Enzymatischer Abbau findet statt, ist jedoch unabhängig von CYP. Somit sind Arzneimittelwechselwirkungen ein geringeres Problem während der Echinocandinbehandlung. Die höchsten Gewebespiegel von Caspofungin und Micafungin wurden in der Leber gemessen. Moderate Konzentrationen werden in Lunge, Milz und Niere erreicht. Die Penetration ins Gehirn ist relativ schlecht.
Romuald Bellmann (Mon,) hat diese Frage untersucht.
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