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Fast ausschließlich aus neuen, speziell für dieses Volumen vorbereiteten Aufsätzen bestehend, beleuchtet Feministische Interpretationen von Hannah Arendt die Vielfalt zeitgenössischer Feminismen und erzeugt gleichzeitig neue und anregende Lesarten von Hannah Arendts politischem Denken. Das gemeinsame Interesse der beitragenden Autoren an Arendt bietet einen Boden, um ihre Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich feministischer Theorie und Praxis auszutragen. Gleichzeitig führt ihr gemeinsames Engagement für eine Form des Feminismus dazu, dass sie sich mit Arendt zu einer ungewöhnlich breiten Palette von Themen auseinandersetzen, wie Geschlecht, Sexualität, Körper, Politik, Freundschaft, Solidarität, Nationalismus und Revolution. Jüngste Entwicklungen in feministischer Theorie und Praxis haben eine Neubewertung von Arendt angestoßen, die eine kritische Überprüfung früherer feministischer Urteile über ihr Werk umfasst. Aus feministischen Perspektiven, die Kategorien wie Frau, Identität oder Erfahrung hinterfragen, politisieren und historisieren - anstatt sie einfach neu bereit zu stellen - erscheinen Arendts bekannte Abneigung gegenüber dem Feminismus und ihre kritische Haltung gegenüber identitären und essentialistischen Definitionen mehr wie ein Vorteil als ein Nachteil. Arendts berühmte Zurückhaltung, sich selbst als Feministin zu identifizieren und Frauenfragen zu adressieren, wirkt weniger wie ein persönliches Problem der männlichen Identifikation und mehr wie eine politische Haltung, die dem Einfluss einer symbolischen Ordnung widerspricht, die bestrebt ist, sie in Bezug auf eine essentielle, unveränderte und immer bekannte Identität zu definieren, einzuordnen und zu stabilisieren. Somit gehen die Autoren des Bandes über feministische Anliegen zur Frauenfrage hinaus und fragen weiter, was zeitgenössische Feminismen aus Arendts Auffassungen über Politik, Handeln und Identität lernen könnten.
Eine Monografie hat diese Frage untersucht.