Zusammenfassung Basierend auf den theoretischen Rahmenbedingungen der Bürokratie auf Straßenebene und der sich entwickelnden Rolle der Staatsanwälte unter institutionellem Druck, leistet dieser Artikel einen empirischen Beitrag zur Literatur über 'Krimmigration'. Er untersucht, wie Staatsanwälte ihre Rolle in Fällen von Menschenschmuggel interpretieren und wie diese Interpretationen die Kriminalisierung oder den Schutz von Migranten beeinflussen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass übermäßige Kriminalisierung nicht nur aus breiten rechtlichen Definitionen resultieren kann, sondern auch aus der Art und Weise, wie Staatsanwälte ihre Rolle in der Praxis verstehen und umsetzen. Der Artikel argumentiert weiter, dass die Förderung einer mehr magistralen Rolle für Staatsanwälte – gekennzeichnet durch rechtliche Autonomie, normative Überlegung und eine interessenbasierte Abwägung im Einklang mit dem Rechtsstaatsprinzip – einen ausgewogeneren und rechtskonformen Ansatz beim Menschenschmuggel fördern kann. Eine solche Ausrichtung stimmt besser mit den internationalen und europäischen Rechtsstandards überein und kann dazu beitragen, das Übergreifen des Strafrechts in der Migrationspolitik zu bekämpfen.
Flavia Patanè (Fr,) hat diese Frage untersucht.
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