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Es wurde vorgeschlagen, dass eine übermäßige Aktivierung der entzündungshemmenden Signalwege bei Sepsis zu einer schlechten Prognose der Patienten führen kann. Ziel dieser Studie war es, den Wert der Expression des histokompatibilitätsassoziierten Leukozytenantigens (HLA)-DR auf Blutmonozyten und die Plasmawerte von Interleukin (IL)-4 und -10 in der Vorhersage der Krankenhaussterblichkeit bei Patienten mit Sepsis zu testen. Einundsechzig kritisch kranke Patienten mit Sepsis wurden prospektiv in dieser Studie in zwei Intensivstationen eines Universitätskrankenhauses eingeschlossen. Überlebende (n = 41) und Nichtüberlebende (n = 20) unterschieden sich signifikant in der HLA-DR-Expression bei der Aufnahme: Median der Überlebenden 84 % (interquartile Range 64 %-98 %) im Vergleich zum Median der Nichtüberlebenden von 62 % (interquartile Range 47 %-83 %, P = 0,025 nach dem Mann-Whitney-Test). Ebenso ergab die Analyse statistisch signifikante Unterschiede zwischen Überlebenden und Nichtüberlebenden bei den Plasma-IL-10-Spiegeln bei der Aufnahme und bei den SOFA- und APACHE-II-Punkten bei der Aufnahme, jedoch nicht bei den IL-4-Spiegeln. Die Flächen unter den Receiver Operating Curves (AUC) zeigten, dass sowohl die HLA-DR-Expression der Monozyten als auch der Plasma-IL-4-Spiegel eine schlechte Diskriminierungskraft bei der Vorhersage der Krankenhaussterblichkeit aufwiesen (AUC < 0,70). Nur die IL-10-Spiegel an den Tagen 1 und 2 zeigten eine akzeptable prädiktive Kraft (AUCs 0,706 und 0,725, respektive). Die höchsten AUC-Werte waren die von APACHE-II (0,786) und dem SOFA-Score bei der Aufnahme (0,763). Zusammenfassend zeigten die APACHE II- und SOFA-Werte bei der Aufnahme eine bessere Diskriminierungskraft als die HLA-DR-Expression sowie die IL-10- und IL-4-Spiegel bei der Vorhersage der Krankenhaussterblichkeit bei kritisch kranken Patienten mit Sepsis.
Hynninen et al. (Dienstag) haben diese Frage untersucht.