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Conrad merkt an, dass nicht-medizinisches Personal oft die routinemäßige, alltägliche Arbeit der Medikalisierung übernimmt. Dies ist besonders im Fall der Aufmerksamkeitsdefizit-(Hyperaktivitäts)-Störung der Fall, wo Lehrer, Sonderpädagogen und Schulpsychologen 'problematische' Kinder identifizieren, bewerten und medikamentös behandeln. Anhand von Daten aus Interviews mit kanadischen und britischen Müttern von ADD/ADHS-Kindern untersucht dieser Artikel die Wahrnehmungen der Mütter über die Rollen der Pädagogen bei der Medikalisierung von Kindern, die anders sind, und vergleicht die Medikalisierung an zwei unterschiedlichen Orten. In Kanada, wo ADD/ADHS ein stark medizinisiertes Phänomen ist und Lehrern nur wenige alternative Formen der sozialen Kontrolle im Klassenzimmer zur Verfügung stehen, scheinen die Pädagogen bereit zu sein, problematische Kinder zu identifizieren und energisch auf eine medizinische Behandlung zu drängen. In Großbritannien, wo die Medikalisierung unvollständig bleibt und Lehrer sowie Sonderpädagogen striktere alternative Formen der sozialen Kontrolle zur Verfügung haben, werden Pädagogen oft als Torwächter beschrieben, die das Etikett oder die Verabreichung von Medikamenten verweigern.
Claudia Malacrida (Thu,) hat diese Frage untersucht.