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Im Juni 2017 legte die Europäische Kommission einen Vorschlag für einen Europäischen Verteidigungsfonds (EDF) vor, der darauf abzielt, transnationale Verteidigungsforschung und -entwicklung über das Budget der Europäischen Union (EU) zu finanzieren. Diese Initiative wurde als ein „Game Changer“ für die europäische Verteidigungszusammenarbeit beschrieben. Ich argumentiere, dass der EDF durch die Linse der neofunktionalistischen Theorie analysiert werden kann und die Hypothesen des neuen Intergouvernementalismus bezüglich der Entwicklung der EU-Governance herausfordert. Der EDF ist zudem durch einige innovative Merkmale gekennzeichnet, was vor allem daran liegt, dass er einen Politikbereich betrifft – Verteidigung – in dem supranationale Dynamiken traditionell begrenzt waren. Erstens zeigte die Kommission durch die Förderung des EDF ein zunehmend politisch kultiviertes Spillover. Zweitens illustriert der EDF eine neue Art von offensivem funktionalem Spillover von der Wirtschaft zur Verteidigung. Drittens hat die Umsetzung des EDF ein bürokratisches Spillover ausgelöst, das zu weiteren Initiativen führen könnte.
Pierre Haroche (Fr,) untersuchte diese Frage.