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Die meisten kognitiven Theorien gehen davon aus, dass Vertrauen und Wahl gleichzeitig erfolgen und auf denselben Informationen basieren. Die in diesem Artikel vorgestellten 3 Studien zeigen jedoch, dass Vertrauensurteile zumindest teilweise aus einem postdecisionalen Evidenzakkumulationsprozess entstehen können. Als Ergebnis dieses Prozesses verbessert sich die Vertrauensauflösung, wenn die Zeit zwischen der Wahl und dem Vertrauensurteil verlängert wird. Diese Erkenntnis widerspricht der Vorstellung, dass Vertrauensurteile von Entscheidungsträgern, die nach bestätigenden Beweisen suchen, verzerrt werden. Weitergehende Analysen zeigen, dass die verbesserte Auflösung auf eine Verringerung des Vertrauens in falsche Antworten zurückzuführen ist, während das Vertrauen in korrekte Antworten relativ konstant bleibt. Diese Ergebnisse werden mit einem sequenziellen Sampling-Prozess modelliert, der es ermöglicht, die Evidenzakkumulation nach einer getroffenen Wahl fortzusetzen und die Menge an gesammelter Evidenz auf eine Vertrauensbewertung abzubilden. Die kognitive Modellierungsanalyse zeigt, dass die Rate der Evidenzakkumulation nach einer Wahl im Verhältnis zur Rate vor der Wahl langsamer wird. Die Analyse zeigt auch, dass die Asymmetrie zwischen dem Vertrauen in korrekte und falsche Entscheidungen mit einem zustandsabhängigen Verfall in der gesammelten Evidenz vereinbar ist: Evidenz, die mit dem aktuellen Zustand übereinstimmt, führt zu einer Verlangsamung der gesammelten Evidenz, und folglich scheint Evidenz einen abnehmenden Einfluss auf das beobachtete Vertrauen zu haben. Im Gegensatz dazu führt Evidenz, die nicht mit dem aktuellen Zustand übereinstimmt, zu einer Beschleunigung der gesammelten Evidenz in die entgegengesetzte Richtung, und folglich scheint Evidenz einen zunehmenden Einfluss auf das Vertrauen zu haben. Zusammengefasst deutet dieses prozessuale Verständnis von Vertrauen auf eine einfache Strategie zur Verbesserung der Vertrauensgenauigkeit hin: Nehmen Sie sich etwas mehr Zeit, um Vertrauensurteile zu fällen.
Yu et al. (Mi,) untersuchten diese Frage.