Key points are not available for this paper at this time.
Dieser Artikel untersucht die Politik der Anerkennung von Völkermord (GRP) mit einem spezifischen Fokus auf Saddam Husseins Anfal-Kampagne (1988) gegen die kurdische Bevölkerung in der Kurdistan-Region im Irak (KRI). Im Kontext eines bevorstehenden Referendums über die Unabhängigkeit in der KRI untersucht diese Studie die Entwicklung der GRP in Bezug auf Sezession, Nationenbildung und Gedenken sowie die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Treiber im Prozess. Darüber hinaus konzentriert sich die Studie auf die Internationalisierung von Ansprüchen auf Anerkennung von Völkermord durch Lobbyarbeit der Diaspora und die Büros der Vertretung der Kurdischen Regionalregierung im Irak (KRG) in Europa. Die Ergebnisse basieren auf umfangreichen Feldforschungen, die zwischen 2012 und 2016 mit KRG-Vertretern, Diaspora-Unternehmern und anderen Interessengruppen in Europa und im irakischen Kurdistan durchgeführt wurden. Die Ansprüche der KRG auf Anerkennung von Völkermord sind nicht ausdrücklich mit Sezession assoziiert, sondern werden verwendet, um lokale Herrschaft zu legitimieren, indem sie auf kollektive Traumata und geteilte Opfererfahrungen verweisen. Auf diese Weise ist Anfal – als das ‚auserwählte Trauma‘ – zu einem Bestandteil der (lokalen) Nationenbildungsmechanismen geworden. Dennoch können Anerkennungsansprüche für Sezession instrumentalisiert werden, solange die politischen Umstände in der Region günstig für die kurdische Unabhängigkeit werden. Im Kontext der Diaspora dienen GRP dazu, eine Verbindung zur Heimat durch Gedenkpraktiken herzustellen, bieten jedoch auch mehr Raum für Lobbyarbeit und transnationale Advocacy-Netzwerke.
Başer et al. (Sun,) haben diese Frage untersucht.
Synapse has enriched 5 closely related papers on similar clinical questions. Consider them for comparative context: