Key points are not available for this paper at this time.
Enterale Dysbiose spielt eine wesentliche Rolle bei der Pathogenese der alkoholischen Lebererkrankung (ALD). Eine detaillierte Charakterisierung der Veränderungen im Darmmikrobiom ist notwendig, um deren pathogenetische Rolle bei ALD zu verstehen und wirksame therapeutische Ansätze unter Verwendung von probiotischen Ergänzungen zu entwickeln. Mäuse wurden 6 Wochen lang mit einer flüssigen Lieber-DeCarli-Diät ohne oder mit Alkohol (5% v/v) gefüttert. Eine Teilgruppe von Mäusen erhielt von 6 bis 8 Wochen das Probiotikum Lactobacillus rhamnosus GG (LGG). Indikatoren für intestinale Permeabilität, hepatische Steatose, Entzündung und Verletzung wurden bewertet. Die metagenomische Analyse des Darmmikrobioms wurde durch die Analyse der fecalen DNA unter Amplifikation der V3-V5-Regionen des 16S rRNA-Gens und großangelegter paralleler Pyrosequenzierung auf der 454 FLX Titanium-Plattform durchgeführt. Chronische Ethanolzufuhr führte zu einem Rückgang der Häufigkeit sowohl der Bacteroidetes- als auch der Firmicutes-Phyla, mit einem proportionalen Anstieg der gramnegativen Proteobacteria und grampositiven Actinobacteria-Phyla; die bakteriellen Gattungen, die die größte Expansion zeigten, waren die gramnegativen, alkalitoleranten Alcaligenes und das grampositive Corynebacterium. Entsprechend den qualitativen und quantitativen Veränderungen im Mikrobiom verursachte Ethanol einen Anstieg von Plasma-Endotoxinen, fecalem pH, hepatischer Entzündung und Verletzung. Bemerkenswerterweise wurden die ethanolinduzierten pathogenen Veränderungen im Mikrobiom und in der Leber durch die Supplementierung mit LGG verhindert. Insgesamt treten im Laufe der Zeit signifikante Veränderungen im Darmmikrobiom als Reaktion auf chronische Alkoholexposition auf und korrelieren mit einer Zunahme der intestinalen Barriere-Dysfunktion und der Entwicklung von ALD. Darüber hinaus könnten die veränderten bakteriellen Gemeinschaften des Darms als bedeutendes therapeutisches Ziel zur Prävention/Behandlung chronisch alkoholbedingter intestinaler Barriere-Dysfunktion und Lebererkrankung dienen.
Bull–Otterson et al. (Mi,) untersuchten diese Frage.