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ZIEL: Die Autoren untersuchten Geschlechterunterschiede in der Behandlungsreaktion auf Sertralin, einen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), und auf Imipramin, ein trikylisches Antidepressivum, bei chronischer Depression. METHODE: Insgesamt wurden 235 männliche und 400 weibliche ambulante Patienten mit DSM-III-R chronischer leichter bis schwerer Depression oder doppelter Depression (d.h. schwere Depression überlagert mit Dysthymie) zufällig 12 Wochen lang einer Doppelblindbehandlung mit Sertralin oder Imipramin nach Placebo-Waschout zugewiesen. ERGEBNISSE: Frauen zeigten signifikant wahrscheinlicher eine positive Reaktion auf Sertralin als auf Imipramin, und Männer zeigten signifikant wahrscheinlicher eine positive Reaktion auf Imipramin als auf Sertralin. Geschlecht und Art des Medikaments standen ebenfalls signifikant in Beziehung zu Abbruchraten; Frauen, die Imipramin einnahmen, und Männer, die Sertralin einnahmen, zogen sich wahrscheinlicher aus der Studie zurück. Geschlechterunterschiede in der Reaktionszeit wurden bei Imipramin festgestellt, wobei Frauen signifikant langsamer als Männer reagierten. Der Vergleich der Behandlungsreaktionsraten nach dem menopausalen Status zeigte, dass prämenopausale Frauen signifikant besser auf Sertralin als auf Imipramin reagierten und dass postmenopausale Frauen ähnliche Reaktionsraten auf beide Medikamente hatten. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Männer und Frauen mit chronischer Depression zeigen unterschiedliche Reaktionsfähigkeit und Verträglichkeit gegenüber SSRIs und trikylischen Antidepressiva. Die unterschiedlichen Reaktionsraten zwischen den Arzneimittelklassen bei Frauen wurden hauptsächlich bei prämenopausalen Frauen beobachtet. Somit können weibliche Sexualhormone die Reaktion auf SSRIs fördern oder die Reaktion auf trikylische Antidepressiva hemmen. Sowohl Geschlecht als auch menopausaler Status sollten bei der Wahl eines geeigneten Antidepressivums für einen depressiven Patienten berücksichtigt werden.
Kornstein et al. (Fri,) untersuchten diese Frage.