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Wissenschaftler haben viel darüber geschrieben, was nationale Parlamente in der Governance der Europäischen Union (EU) können, sollten und tatsächlich tun. Was sie bisher weitgehend ignoriert haben, ist die Perspektive der Akteure. Welche Rollen sehen nationale Mitglieder des Parlaments (MPs) selbst als Priorität und wie bewerten sie ihre Leistung? Welche Faktoren könnten die beobachtete Variabilität strukturieren? Aus einer strategischen Perspektive auf legislatives Verhalten konzipiert der Artikel fünf Rollen für nationale MPs in der EU-Politik: Prüfer, Subsidiaritätswächter, Netzwerker, Kommunikatoren und Übertragende. Er stützt sich auf Plenardebatten über den Verfassungsvertrag, den Vertrag von Lissabon und die Eurozone-Krise sowie auf Daten aus 66 Interviews mit MPs aus Österreich, Deutschland, Irland und dem Vereinigten Königreich. Es liegt ein klarer Fokus auf der Kontrolle in EU-Angelegenheiten und der Kommunikation mit den Bürgern. Ideologische Überzeugungen und Debattenthemen strukturieren Muster in der Betonung und Bewertung dieser Rollen, während die Dynamik zwischen Regierung und Opposition sowie die Stärke des Parlaments nur teilweise eine Rolle spielen.
Lucy Kinski (Fr,) hat diese Frage untersucht.
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