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In den letzten Jahren haben sich das Studium und die Lehre der mündlichen und schriftlichen Kunst der amerikanischen Ureinwohner prächtig entwickelt. Im selben Zeitraum hat sich unter Historikern, Anthropologen und Ethnohistorikern zunehmend die Erkenntnis durchgesetzt, dass Indianer nicht als stimmloser, namenloser, gesichtsloser Anderer gesehen werden dürfen, sondern als Menschen, die einen mächtigen Einfluss auf die historische Entwicklung der Vereinigten Staaten hatten. Literaturkritiker hingegen haben Indianer als bestimmende Faktoren der amerikanischen – und nicht nur speziell der indianischen – Literatur weiterhin übersehen. Die Vorstellung, dass die Präsenz indianischer Völker die amerikanische Literatur als Ganzes prägte, bleibt unerforscht. In The Demon of the Continent untersucht Joshua David Bellin die komplexen Wechselbeziehungen zwischen den Kulturen und Literaturen der amerikanischen Ureinwohner und der euro-amerikanischen Gesellschaft vom Mitte siebzehnten bis zur Mitte neunzehnten Jahrhunderts. Er behauptet, dass kultureller Kontakt im Zentrum der amerikanischen Literatur steht. Für Bellin konzentrierten sich bisherige Studien zu Indianern in der amerikanischen Literatur überwiegend auf die Bilder, die euro-amerikanische Autoren von indigenen Völkern entwarfen, und perpetuierten somit nur diese Bilder. Im Gegensatz zu den Autoren jener früheren Studien weigert sich Bellin, Indianer auf statische Antagonisten oder bloßes Futter für eine euro-amerikanische Vorstellung zu reduzieren. Unter Bezugnahme auf Werke wie Henry David Thoreaus Walden, William Apess’ A Son of the Forest sowie wenig bekannte Werke wie koloniale Indianer-Bekehrungsnarrative untersucht er, wie diese Texte die interkulturelle Welt widerspiegeln und gestalten, aus der sie entstanden sind. Dabei kommt Bellin zu überraschenden Schlüssen: dass Walden wirtschaftliche Konflikte und Partnerschaften zwischen Indianern und Weißen adressiert; dass William Bartrams Travels konkurrierende und sich durchdringende Systeme indianischer und weißer Landbesitzverhältnisse kodiert; dass Catherine Sedgwicks Hope Leslie das vorbürgerkriegszeitliche Drama der Indianerbekehrung inszeniert; dass James Fenimore Cooper und Henry Wadsworth Longfellow mit indianischen Autoren wie George Copway und David Cusick um physische, ideologische und literarische Kontrolle der Nation rangen. The Demon of the Continent beweist, dass Indianer Akteure in den dynamischen Prozessen sind, in die Amerika und seine Literatur unausweichlich eingebettet sind. Indem Bellin den Fokus von textuellen Bildern hin zu den Orten materieller, ideologischer, sprachlicher und ästhetischer Interaktionen zwischen Völkern verschiebt, stellt er die amerikanische Literatur als Produkt von Kontakt, Konflikt, Anpassung und Austausch neu dar.
Welburn et al. (Sat,) untersuchten diese Frage.