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Als die Somalische Republik die Unabhängigkeit erhielt, beschloss ihre parlamentarische Regierung, drei Amtssprachen zu übernehmen: Englisch, Italienisch und Arabisch, alles Sprachen des ausländischen Kontakts. Da die überwältigende Mehrheit der Bürger des Landes eine einzige Sprache, Somali, sprach, die damals keine schriftliche Form hatte, machte diese Entscheidung die Regierungsführung äußerst schwierig. Die Auswahl einer einzigen Sprache war jedoch ebenfalls problematisch, da diejenigen, die die Amtssprache sprachen, automatisch zur privilegierten Klasse wurden. Zwölf Jahre nach der Unabhängigkeit konnte eine Militärregierung die streitige Kontroverse lösen, indem sie ankündigte, dass Somali die Amtssprache und Latein die Grundschrift sein würde. Es wurde gehofft, dass diese Wahl die politische Gleichheit fördern und die nationale Kultur stärken würde. Politik, Sprache und Denken ist eine Untersuchung darüber, wie Sprache und Politik in der Somalischen Republik miteinander interagieren. Mit historischen und experimentellen Beweisen zeigt David D. Laitin, dass die Wahl einer Amtssprache den Verlauf der politischen Entwicklung eines Landes erheblich beeinflussen kann. Teil I von Laitins Studie ist ein Versuch, zu erklären, warum die parlamentarische Regierung nicht in der Lage war, sich auf eine nationale Schrift zu einigen, und die sozialen und politischen Folgen der Jahre der Nichtentscheidung zu bewerten. Laitin zeigt, wie die Einführung nichtindigener Sprachen Ungleichheiten erzeugte, die die natürliche soziale Basis der Demokratie im Land untergruben. Teil 2 versucht, die Sprache mit politischem Denken und politischer Kultur in Verbindung zu bringen. Durch die Analyse von Interviews und Rollenspielen unter somalischen zweisprachigen Studenten zeigt Laitin, dass der Einfluss bestimmter politischer Konzepte ganz anders ist, wenn sie in verschiedenen Sprachen ausgedrückt werden. Er kommt zu dem Schluss, dass die Implikationen der Wahl einer Sprache weit komplexer sind, als zuvor angenommen, denn die Sprache eines Volkes zu ändern bedeutet, die Weise zu ändern, wie sie politisch denken und handeln.
Joshua A. Fishman (Fri,) untersuchte diese Frage.