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Wir verwendeten ein Boundary-Paradigma, um zu untersuchen, wie chinesische Zwei-Zeichen-Komposita (d. h. zusammengesetzte Wörter) beim Lesen verarbeitet werden. Das erste Schriftzeichen des Kompositums war ein mehrdeutiges Morphem, das eine dominante und eine untergeordnete Bedeutung hatte. In Experiment 1 gab es drei Vorschauen für das zweite Schriftzeichen: identisch mit dem Zielzeichen; die Vorschau lieferte untergeordnet prägende Informationen (die untergeordnete Bedingung); die Vorschau lieferte dominant prägende Informationen (die dominante Bedingung). Zwischen den beiden Schriftzeichen wurde eine unsichtbare Grenze eingefügt. Wir stellten fest, dass die Blickdauern und Go-Past-Zeiten bei den Komposita in der untergeordneten Bedingung länger waren als in der dominanten oder der identischen Bedingung. In Experiment 2 wurde die semantische Ähnlichkeit zwischen Ziel- und Vorschauwörtern in der dominanten Bedingung manipuliert, um zu bestimmen, ob die Unterschiede in den Fixationsdauern in Experiment 1 aus der semantischen Ähnlichkeit zwischen Vorschau- und Zielwörtern resultierten. Es gab nur dann signifikante Unterschiede in der Fixationsdauer auf das Zielwort zwischen der dominanten und der untergeordneten Bedingung, wenn Vorschau- und Zielwörter semantisch verwandt waren. Dieser Befund deutet darauf hin, dass die Ganzwortbedeutung eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung chinesischer Komposita spielt und dass der Ganzwort-Zugriffsweg die primäre Verarbeitungsroute beim Lesen von Zwei-Zeichen-Komposita im Chinesischen ist.
Shen et al. (Sun,) untersuchten diese Frage.
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