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KONTEXT: Die Evidenz für eine Assoziation zwischen Kindesmisshandlung und späterer Psychopathologie stützt sich stark auf retrospektive Berichte über Misshandlungen. Die wenigen Studien, die eine prospektive Erfassung von Kindesmisshandlung verwenden, zeigen schwächere Assoziationen, was die Möglichkeit aufwirft, dass nicht die Misshandlung, sondern das Gedächtnis der Misshandlung das Risiko späterer psychischer Störungen erhöht. ZIELE: Die Assoziationen zwischen prospektiv erfasster Kindesmisshandlung und einer breiten Palette von nachfolgend gemessenen DSM-IV psychischen Störungen zu schätzen und den Einfluss retrospektiv berichteter Misshandlungen in der Vergleichsgruppe auf diese Assoziationen zu zeigen. STUDIENENTWURF: Retrospektive Kohortenstudie. STANDORT: Nationale repräsentative Gemeinde Neuseelands. TEILNEHMER: Befragte im Alter von 16 bis 27 Jahren (n = 2144) aus einer psychischen Gesundheitsbefragung, von denen 221 als mit Aufzeichnungen in einer nationalen Datenbank der Kinderschutzbehörde identifiziert wurden. WICHTIGSTE ERGEBNISKENNZAHLEN: Zwölfmonatige und lebenslange Prävalenz einzelner DSM-IV Stimmungs-, Angst- und Substanzmittelstörungen sowie Störungsgruppen, die mit dem Composite International Diagnostic Interview der Weltgesundheitsorganisation bewertet wurden. ERGEBNISSE: Nach Anpassung an demografische und sozioökonomische Korrelate war die Geschichte bei der Kinderschutzbehörde mit mehreren einzelnen psychischen Störungen, der Komorbidität psychischer Störungen und allen Gruppen psychischer Störungen sowohl nach 12 Monaten als auch lebenslang assoziiert. Die Odds für eine posttraumatische Belastungsstörung über 12 Monate betrugen 5,12 (95%-Konfidenzintervall CI, 2,42-10,83); für jede 12-monatige Stimmungsstörung 1,86 (95% CI, 1,12-3,08); für jede Angststörung 2,41 (95% CI, 1,47-3,97); und für jede Substanzmittelstörung 1,71 (95% CI, 1,01-2,88). Diese Assoziationen erhöhten sich in der Magnitude, als diejenigen, die retrospektiv Kindesmisshandlung berichteten, aus der Vergleichsgruppe entfernt wurden. FAZIT: Prospektiv erfasste Kindesmisshandlung ist signifikant mit einer Reihe nachfolgender Stimmungs-, Angst- und Substanzmittelstörungen assoziiert, was darauf hindeutet, dass Misshandlung, nicht nur das Gedächtnis an Misshandlung, mit späterer Psychopathologie assoziiert ist. Es besteht Bedarf an gezielten psychischen Gesundheitsinterventionen für gegenwärtige und ehemalige Klienten von Jugendhilfsbehörden sowie an koordinierten bevölkerungsweiten Strategien, um den Bedürfnissen der vielen anderen Kinder, die Misshandlung erfahren, gerecht zu werden.
Scott et al. (Do,) haben diese Frage untersucht.
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