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Zusammenfassung Frühe Jesusfilme erfreuten sich an der traditionellen, historisch ungenauen Interpretation von Maria Magdalena als reumütiger Prostituierter. Während Filme, die seit den 1980er Jahren produziert wurden, weniger direkt sexualisierend oder beschämend mit Maria umgehen, bleibt Promiskuität ihr beständigstes Merkmal. Spuren der reumütigen Prostituierten sind in The Chosen, einer crowdfunding-basierten evangelikalen Serie über das Leben Jesu, die Maria als Jüngerinnen in den Vordergrund stellt, erkennbar. Ihre Geschichte in The Chosen spiegelt die der Prostituierten-Protagonistin in Redeeming Love (2022) wider, einem weiteren evangelikalen Film, der auf Francine Rivers’ fiktiver Adaption der Hosea/Gomer-Geschichte basiert. Beide Werke halten sich eng an das, was der Filmwissenschaftler Russell Campbell als den ‚Märtyrer‘-Charaktertyp und die ‚Liebesgeschichte‘-Narrativstruktur identifiziert, die in filmischen Darstellungen von Sexarbeit häufig vorkommen. Letztendlich stellen diese Filme patriarchale Ideologie wieder her, wenn die Frau von einem tugendhaften Mann gerettet und umgeformt wird, wobei dieser sein eigenes Ansehen riskiert.
Rhonda Burnette-Bletsch (Mi.) untersuchte diese Frage.