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Es besteht ein kritischer Bedarf bei Küstenforschern und politischen Entscheidungsträgern nach einer präzisen Methode zur Ermittlung von Küstenlinienpositionen aus historischen Karten und Luftbildern. Eine Reihe von Methoden, die sich hinsichtlich Ansatz und Genauigkeit stark unterscheiden, wurde entwickelt, um diesem Bedarf gerecht zu werden. Keine der vorhandenen Methoden berücksichtigt jedoch das gesamte Spektrum der kartografischen und photogrammetrischen Techniken, die für eine genaue Küstenkartierung erforderlich sind. Daher ist ihre Anwendung auf viele typische Probleme der Küstenlinienkartierung eingeschränkt. Darüber hinaus bietet keine Küstenlinienkartierungstechnik eine adäquate Grundlage zur Quantifizierung der vielen Fehler, die bei der Küstenlinienkartierung mit Karten und Luftbildern inhärent sind. Infolgedessen gehen aktuelle Bewertungen der Fehler in Luftbildkartierungstechniken im Allgemeinen (und fälschlicherweise) davon aus, dass Fehler in Küstenlinienpositionen durch die Summe einer Reihe von Worst-Case-Annahmen über die Auflösung des Digitalisierungsoperators und die Genauigkeit der Bodenvermessung dargestellt werden. Diese Bewertungen ignorieren auch insgesamt andere Fehler, die häufig Bodenabstände von 10 m erreichen. Dieses Papier bietet einen konzeptionellen und analytischen Rahmen für verbesserte Methoden zur Extraktion geografischer Daten aus Karten und Luftbildern. Wir präsentieren auch einen neuen Ansatz zur Küstenlinienkartierung mit Luftbildern, der eine Reihe von photogrammetrischen Techniken überarbeitet und erweitert. Diese Techniken umfassen (1) die Entwicklung von räumlich und zeitlich überlappenden Kontrollnetzwerken für große Gruppen von Fotos; (2) das Digitalisieren von Luftbildern zur Verwendung in der Küstenlinienkartierung; (3) die Vorverarbeitung digitalisierter Fotos zur Beseitigung von Objektivverzerrungen und Filmunregelmäßigkeiten; (4) die gleichzeitige Aerotriangulation großer Gruppen räumlich und zeitlich überlappender Fotos; und (5) die Anwendung einer Einzelschnitttechnik zur Bestimmung geografischer Küstenlinienkoordinaten und zur Angabe des horizontalen und vertikalen Fehlers, der mit einer gegebenen digitalisierten Küstenlinie verbunden ist. Solange historische Karten und Luftbilder in Studien über Küstenveränderungen verwendet werden, wird eine beträchtliche Menge an Fehlern (in der Größenordnung mehrerer Meter) in den Berechnungen der Küstenlinienposition und der Änderungsrate vorhanden sein. Die in diesem Papier vorgestellten Techniken bieten jedoch eine Möglichkeit, diese Fehler zu reduzieren und zu quantifizieren, sodass realistische Bewertungen des technologischen Rauschens (im Gegensatz zum geologischen Rauschen) in geografischen Küstenlinienpositionen vorgenommen werden können.
Thieler et al. (Sat,) haben diese Frage untersucht.