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Der filternährende oligotrich Ciliate Strobilidium lacustris, der raptoriale Prostomum-Ciliate Balanion planctonicum und der diffusionsnahrende Scuticociliate Histiobalantium bodamicum konnten monatelang/jahrelang ausschließlich auf Cryptomonas sp. kultiviert werden, während die Diatome Stephanodiscus hantzschii ihr Wachstum nicht unterstützten. Bei Cryptomonas sp. als Nahrung folgten die numerischen Reaktionen aller Ciliaten einem modifizierten Michaelis-Menten-Modell, das bei 15°C maximale Wachstumsraten von 0,96, 1,87 und 0,33 d⁻¹ sowie Schwellenkonzentrationen von 61, 78 und 290 ng C ml⁻¹ für S. lacustris, B. planctonicum und H. bodamicum ergab. Die funktionalen Reaktionsmuster unterschieden sich zwischen den Arten. Bei allen untersuchten Ciliaten erreichten die Wachstumsraten früher ein Maximum als die Ingerationsraten, und es gab keine Schwellenkonzentrationen für null Ingestion. Die Nahrungsselektion hing von der Ernährungsweise ab. H. bodamicum war nicht in der Lage, die nicht-motilen Diatome zu ingestieren. Sowohl S. lacustris als auch B. planctonicum zogen cryptophyte in einer Mischdiät selektiv vor. Dieser Effekt war im raptorialen Fresser ausgeprägter im Vergleich zum Filtrierer. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass während der Frühjahrsblüte des Phytoplanktons im Bodensee Prostomum- und oligotrich Ciliaten hauptsächlich Cryptophyt nutzen und dass der Scuticociliate H. bodamicum aufgrund seines langsamen Wachstums in dieser Saison ein unterlegener Konkurrent ist. Die beobachteten Schwellenkonzentrationen deuten darauf hin, dass Prostome und Oligotrichen während des restlichen Jahres auf kleinräumige Patchen dieser Nahrung angewiesen sind, während H. bodamicum, dessen maximale Entwicklung im Spätsommer und Herbst stattfindet, vermutlich eine viel größere Vielfalt an Beute konsumiert.
Müller et al. (Freitag) untersuchten diese Frage.
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