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Zusammenfassung: Parlamentarische Fragen sind ein wesentliches Werkzeug der legislativen Aufsicht. Die Frage, inwieweit sie effektiv zur Kontrolle der Exekutive sind, bleibt jedoch sowohl theoretisch als auch methodologisch unzureichend definiert. Dieser Artikel entwickelt einen systematischen Rahmen zur Bewertung der Effektivität parlamentarischer Fragen, der auf der Theorie von Prinzipal-Agent, der Literatur zur öffentlichen Verwaltung über Rechenschaftspflicht und der Kommunikationsforschung basiert. Dieser Rahmen wird als ‚Fragen-und-Antworten-Ansatz zur legislativen Aufsicht‘ bezeichnet und basiert auf der Prämisse, dass die Studie parlamentarischer Fragen (Q) mit ihren jeweiligen Antworten (A) verknüpft werden muss und gemeinsam (Q&A) auf Mikroebene als Austausch von Ansprüchen zwischen legislativen und exekutiven Akteuren untersucht werden sollte. Methodologisch bietet der Fragen-und-Antworten-Ansatz zur legislativen Aufsicht eine schrittweise Anleitung zur qualitativen Inhaltsanalyse von Q&A, die auf verschiedene Kontexte der legislativen Aufsicht auf unterschiedlichen Governance-Ebenen angewendet werden kann. Es wird argumentiert, dass die Effektivität von Q&A von der Stärke der gestellten Fragen und der Reaktionsfähigkeit der gegebenen Antworten abhängt, die entsprechend operationalisiert werden. Um die Vorzüge des Ansatzes zu veranschaulichen, enthält der Artikel eine systematische Fallstudie zur Beziehung zwischen dem Europäischen Parlament und der Europäischen Zentralbank in der Bankenaufsicht (2013–2018), die den Zusammenhang zwischen spezifischen institutionellen Rahmenbedingungen und der Effektivität parlamentarischer Fragen zeigt.
Adina Akbik (Mi.) hat diese Frage untersucht.