Das Hauptargument, das in diesem Artikel vorgebracht wird und dieses Sonderheft einrahmt, ist, dass Staatsbürgerschaft nicht nur ein hochpolysemisches Wort ist, das von den Medien und anderen politischen Institutionen verwendet wird; es ist auch ein Satz von Normen und (sprachlichen) Verhaltensweisen, in die Individuen sozialisiert werden, sowie eine Reihe von Praktiken, die soziale Akteure durch eine Vielzahl von semiotischen Mitteln einschließlich Mehrsprachigkeit, Mehrstimmigkeit, dem Körper und Affekt ausführen. Vor diesem Hintergrund wird vorgeschlagen, dass die linguistische/diskursive Untersuchung der Staatsbürgerschaft über den recht engen Fokus auf politische Vorschläge zur Sprachprüfung hinaus erweitert werden sollte, um die vielfältigen, mehr oder weniger alltäglichen Weisen einzubeziehen, in denen Staatsbürgerschaft durch eine Vielzahl von mehrstimmigen, materiellen und affektiven semiotischen Ressourcen vollzogen wird.
Tommaso M. Milani (Mon,) hat diese Frage untersucht.